Irgendwann in ferner Zukunft wird der Staat der vielen Gewalt auf den Straßen nur noch dadurch Herr, daß man ein neues Sicherheitsverwahrungssystem schafft: Vortex. Niemand weiß, wo Vortex ist und was dort vorgeht, und niemand, der je in Vortex war, ist je wieder gesehen worden. Der junge Vincent Xzedden wird wegen Totschlags nach Vortex geschickt und muss in dem unterirdischen Gefängniskomplex erfahren, daß sich die Gefangenen dort gegenseitig zu verfolgen und zu eleminieren haben. Wer seine Abschussquote nicht erreicht, wird selbst zum Freiwild...
Sieh mal einer an: Hierzulande kann man ja richtig gute Science Fiction machen. „Vortex“ ist trotz der ungewöhnlich kurzen Laufzeit ein auf der visuellen Ebene mehr als reichhaltiger Film, der ganz in der Tradition von Klassikern wie „Blade Runner“ oder „Die Klapperschlange“ steht. Vom letztgenannten stammt übrigens das Motiv einer ganzen Gefängniswelt, die ihre eigenen Regeln und Gesetze hat. Aber auch „Matrix“ dient als gedankliche Vorlage für Michael Pohl abendfüllenden (im Sinne von unterhaltsam) Kurzfilm. Erstaunlich an „Vortex“ ist dabei der Umstand, daß diese ganzen Verweise nicht als geklaut empfunden werden sondern eher als kulminierende Bereicherung. Die inhaltlichen Wendungen zum Ende der Geschichte hin sind wirklich überraschend und lassen die gesamte Bitternis des Stoffes hochkommen. Tricktechnisch ist übrigens in „Vortex“ auch ganz schön was los, so daß man sich wünscht, daß Michael Pohl auch in Zukunft seinem Sujet treu bleibt. Auf DVD 16:9. Mit Arne Fuhrmann, Hardy Krüger jr. Harald Leipnitz, Ines Gress u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin