Franks Bewertung

starstarstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Laura, einst als Waisenkind im Heim „Zum guten Hirten“ untergebracht, will heute als Ehefrau des Arztes Carlos eben jenes Haus als Begegnungsstätte für Behinderte herrichten. Zusammen mit Sohnemann Simón zieht man in den alten Prachtbau. Schon nach kurzer Zeit berichtet Simón von unsichtbaren Freunden, die sich auf dem Gelände bzw. in dem Gemäuer herumtreiben. Am Eröffnungstag kommt es zur Katastrophe: Simón verschwindet spurlos. Monate später kommt Laura dem Geheimnis des alten Waisenhauses auf die Spur, denn kurz nachdem sie damals vermittelt werden konnte, passierten dort schreckliche Dinge, die bis heute nachwirken...

Als erstes möchte ich mich für meine etwas nebulöse Inhaltsangabe entschuldigen, aber Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“ ist ein dermaßen gelungener Best-of-Haunted-House-Thriller geworden, daß man schon selbst herausfinden sollte, wohin diese Reise hier geht. Auf jeden Fall reichen keine zwei Hände aus, um die Anzahl der Vorbilder, aus denen hier liebevoll zitiert wird, aufzuzählen. Und wenn man dann bei den Credits aufgepasst und bemerkt hat, daß „Das Waisenhaus“ von Guillermo del Toro präsentiert wird, ahnt man schon früh, wie qualitätsvoll das Ganze dann auch werden wird. Ok, das Rad wird mit „Das Waisenhaus“ nicht neu erfunden, aber dafür mächtig in Schwung gehalten. Trotz des mitunter ruhigen Erzähltempos kommt partout keine Langeweile auf, denn die Inszenierung ist voller wohlfeiler Bilder, tonaler Übergriffe und Überraschungsmomente. Und das bittere und doch so schöne Happy End zeugt davon, wie wichtig es ist, daß der Euro-Horror (die mexikanischen Gelder vernachlässige ich jetzt mal) sich weiterhin seiner (in diesem Falle mediterranen) Wurzeln bewußt ist und nicht immer nur nach den Hollywoodschen Vermarktungsregeln schielt. Fazit: fast schon genial. Auf DVD und BD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Belén Rueda, Fernando Caya, Geraldine Chaplin, Montserrat Caralla u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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