Franks Bewertung

starstarstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Sechs Fremde, die allesamt Sträflingskleidung und Namensschilder, die nach berühmten Gefängnissen klingen, tragen, finden sich selbst in einer Reihe von identischen, würfelförmigen Räumen wieder, die untereinander an jeder Seite des Raumes durch eine kleine mechanische Tür verbunden sind. Doch Vorsicht, denn nicht jedes "Zimmer" dieser unfreiwilligen Herberge (Keiner der Gefangenen weiß, wie er dort hingekommen ist!) ist harmlos: in manchen von ihnen lauern tödliche Gefahren auf diejenigen, die es betreten. Nach einiger Zeit finden die Eingeschlossenen heraus, dass sich die Räume bewegen und ständig ein neues Labyrinth ergeben. Wo ist der Ausgang und wer erreicht ihn?

Mit "Cube" hat man die Ehre, einen der intelligentesten Science-Fiction-Filme der 90er Jahren bestaunen zu dürfen. Im Gegensatz zu solchen Overkill-Produktionen wie "Armageddon" wird hier weit, weit weniger auf den Einsatz von bombastischen Special Effects gesetzt – was "Cube" unweigerlich auch als liebenvoll gestalteten Low-Budget-Film identifiziert –, sondern auf den Einsatz einer extrem spannenden Geschichte, die so ganz nebenbei Fragen nach der Existenz, dem menschlichen Leben und der Psychologie des Gefangenseins abhandelt. Das ausgefeilte Skript, das bis ins kleinste Detail stimmig ist, könnte man dadurch glatt für eine Arbeit von Jean-Paul Sartre halten, der von den Drehbuchautorn Vincenzo Natali und Andre Bijelic auch durchaus als Quelle der Inspiration genannt wird. Interessanterweise ist "Cube" an nur einem Set entstanden, der keinerlei Inventar aufweist, und der nur durch unterschiedliche Beleuchtung die unterschiedlichen Räume darstellt. Mitproduziert wurde das Ganze durch die kanadische Filmförderung, die ja bekanntermaßen auch schon David Cronenberg zu ersten Filmehren verholf. Und nun noch ein Schmankerl für die Splatterfans unter uns: Die in "Cube" eingesetzten Fallen sind wahrlich nicht ohne und runden den Film zu einem perfekten Erlebnis in Sachen Erwachsenen-Horror ab. Auf DVD letterboxed (1,8:1). Mit Maurice Dean Wint, Nicole Deboer, Nicky Guadagni, David Hewlett u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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