Das bemannte Raumschiff des Konstrukteurs Professor Bernard Quatermass kehrt auf die Erde zurück und landet in der Nähe eines Dorfes in der englichen Grafschaft Berkshire. Zwei der drei Astronauten sind tot und haben sich zu einem Klumpen lebloser Masse deformiert. Victor Carroon, der dritte Raumfahrer, lebt, steht aber unter einem Schock und kann nicht aussagen. Ein Film, der während des Raumfluges gedreht wurde, belegt, daß eine außerirdische Intelligenz in das Schiff eindringen konnte. Professor Quatermass steht vor einem Rätsel. Da beginnt sich Carroon auf grausame Weise zu verändern…
Auch wenn wir heute Filme wie „Alien“, „The Hidden“, „Xtro“ etc. kennen, an die Intensität von Val Guests Science-Fiction-Schocker kommen nur ganz, ganz wenige heran. Trotz bescheidener Produktionsverhältnisse, einer relativ unspektakulären Schwarzweiß-Fotografie und einiger nicht mehr zeitgemäßer Thesen kann „Das Quatermass-Experiment“ auch jetzt noch voll überzeugen und gut unterhalten. Die ideenreiche Inszenierung liefert mit ihren superben Einfällen so viel beispielhaften Stoff, daß man in fast jedem Science-Fiction-Film von heute Teile aus „Das Quatermass-Experiment“ wiederfindet. Als Trendsetter für diese Genregattung hat es Val Guests Streifen sogar auf drei eigene Fortsetzungen gebracht. Weil es zudem noch recht gruselig zugeht (die Szenen im Londoner Zoo und in der Westminster Abbey gehören zum Besten, was die 50er Jahren an ernstem Horror zu bieten haben), kann sich der Fan auch jetzt noch an einem Film erfreuen, dessen phantasievolle Gestaltung mehr durch die Inspiration der Filmemacher als durch die Arbeit einer hochbezahlten Special-Effects-Crew zustande gekommen ist. In Professor Quatermass taucht im Science-Fiction-Kino auch erstmals eine Figur auf, für die der Zweck die Mittel heiligt und die nicht mehr den ungebrochen Glanz eines wissenschaftlichen Genies besitzen. Alternativtitel: „Schock“. Mit Brian Donlevy, Jack Warner, Richard Wordsworth, Margia Dean u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin