Rund um eine kleine französische Provinzstadt geschehen mehrere Morde an jungen Frauen. Die Polizei ist ziemlich ratlos. Währenddessen glaubt die attraktive Dorfschullehrerin Hélène, daß der ihr seit geraumer Zeit den Hof machende Metzger Popaul Thomas der Mörder sein könnte. Zwischen Hélèneund Popaul entwickelt sich eine merkwürdige Beziehung, der es der Frau unmöglich macht, ihren Geliebten den Behörden zu verraten…
Der französische Autoren-Filmer Claude Chabrol benutzt einmal mehr die Schablone des Krimi- bzw. Psychothrillers, um die Zerbrechlichkeit bourgeoiser Idyllen zu demonstrieren. Fein säuberlich seziert Chabrol in seinem „Der Schlachter“ eine Amour-Fou-Beziehung, die einem kleinbürgerlichen Publikum Ende der 60er Jahre durchaus verstörend vorgekommen sein muß. Angesichts heutiger wütender Serienkiller registriert man die Figur des mordenden Metzgers allerdings weit weniger erschreckend als damals. Zudem wird die Geschichte nicht einer vordergründigen Spannungsmache geopfert. Lediglich das Auffinden einer Leiche durch die Schulklasse Hélènes wird in reißerischer Form präsentiert. Fazit: Für Die-Hard-Horrorfans nur eingeschränkt zu empfehlen. Im TV letterboxed (1,78:1). Mit Jean Yanne, Stéphane Audran, Roger Rudel, Mario Beccario u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin