Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

William Palmer, ehemaliger Chefpathologe, weiß aufgrund seines Berufes viele grausige Geschichten zu erzählen. Deshalb bleibt er auch nach seiner Pensionierung seiner Materie treu und vermarktet seine Fälle in Bestsellerromanen. Sein letzter Verkaufsschlager handelt von dem Schlächter "Bone Daddy", der seinen Opfern bei lebendigem Leibe Knochen entnommen hat und diese dann – fein säuberlich abgenagt – den Hinterbliebenen schickte. Während Palmers Romanheld den irren Mörder zur Strecke bringt, wurde der wahre "Bone Daddy" jedoch nie gefaßt. Und weil dieser sich jetzt durch das Buch Palmers verunglimpft fühlt, schlägt er wieder zu. Ein erstes Poststück mit einem blank polierten Schenkelknochen taucht bei Palmers Sohn auf...

Von den vielen, vielen Serienkiller-Epigonen, die seit "Das Schweigen der Lämmer" entweder als Kino- oder als Videopremieren ihre Zuschauer fanden, unterscheidet sich Mario Azzopardis Psychothriller auf angenehme Weise: "Bone Daddy" ist nämlich auf seine ungeschliffene B-Movie-Art sehr originell, horrormäßig richtig hart (auch in der mir vorliegenden PK, die eine FSK-16-Freigabe hat!) und zudem noch bis zur letzten Minute spannend. Getragen wird die Geschichte um das "Quincy"-Pendant William Palmer von einem gut aufgelegten Rutger Hauer, der damit seine letzten schauspielerischen Tiefflüge (z. B. "Omega Doom") weit hinter sich läßt. Unzweifelhafte Höhepunkte von "Bone Daddy" sind allerdings jene spektakulär gefilmten OP-Szenen, in denen der irre Mörder seinen Opfern die Knochen entnimmt. Selbst blutlechzende Horror-Buffs werden ein flaumiges Gefühl im Magen bekommen, wenn sie sehen, wie ein Oberschenkel zusammengefaltet wird wie ein Stück Papier! An diesen Punkten knüpft Mario Azzopardi dann auch direkt an seinem ebenso harten Erstling "Deadline" an, der auch schon beste Horror-Kost war. Wer also nicht müde ist, sich noch einen Ich-jage-einen-grausigen-Serienkiller-Stoff 'reinzuziehen, der kommt an "Bone Daddy" nie und nimmer vorbei. Des weiteren mit Barbara Williams, R. H. Thomson, Robin Gammell u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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