Das Vorzeige-Yuppie-Pärchen Jenny und Steve möchte ein paar ruhige Tage außerhalb von London verbringen. Deshalb gönnt man sich einen Ausflug zum Eden Lake, einem idyllisch gelegenen See, den Steve aus seiner Jugend kennt. Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute lungern dort die heranwachsenden Dorf-Heavies herum, um Papis Kampfhund baden zu schicken. Respekt vor Erwachsenen ist da ein Fremdwort. Steve, der sich irgendwie angegriffen fühlt, bietet paroli und das Ganze eskaliert fürchterlich…
Wer schon immer ein Faible für kleine, dreckige, rotzige Filme hatte, der sitzt hier wahrlich richtig, denn James Watkins’ „Eden Lake“ ist für das Yuppie-Zeitalter ungefähr das, was „Mondo Brutale“ für die Hippie-Ära war: eine konsequente Abrechnung zwischen den Gesellschaftsschichten und das auch noch generationsübergreifend. Kein Zuschauer sollte sich durch den leutseligen, fast schon lahmen Anfang irritieren lassen und unbedingt die Geduld aufbringen, dieser Studie in Gewalt (vgl. die ähnlich gelagerten Highlights „Beim Sterben ist jeder der Erste“ oder Sam Peckinpahs „Wer Gewalt sät“) von Station zu Station zu folgen – natürlich bis hin zum bitter-bösen Ende. Auch wenn James Watkins trotz aller Steilvorlagen des Drehbuches kaum allzu blutiges Kapital daraus schlägt, ist „Eden Lake“ hart anzusehen, wirklich verstörend und ungemein brutal. Die Gefühlslage des Zuschauers wird arg strapaziert, ein Mitzittern anläßlich des Katz-und-Maus-Spiels mit Jenny und Steve ist garantiert, so dass man „Eden Lake“ ohne Einschränkungen als kleines, rohes Terror-Kino-Juwel bezeichnen kann, bei dem sogar die für den britischen Film typische Sozialkritik Einzug hält. Ergo: Ein durch und durch böser Film! Auf DVD 16:9. Mit Michael Fassbender, Kelly Reilly, Thomas Gill, Bronson Webb u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin