35 Jahre, nachdem die Marsbewohner den „Kampf der Welten“ angezettelt und verloren haben (die Handlung basiert auf dem gleichnamigen US-Science-Fiction-Klassiker von Byron Haskin aus dem Jahre 1953), entdeckt Uniprofessor Blackwood, daß die Außerirdischen nicht getötet, sondern nur in Fässern, die mit speziellen Viren gefüllt sind, gefangen wurden. Durch einen Terroristenüberfall auf das Army-Lager, bei dem die dort gelagerten Fässer beschädigt werden, können die Marsbewohner entkommen. Sie polen einige Menschen um und versuchen, ihre Invasion von damals neu zu starten. Die Army ist zwar den Außerirdischen dicht auf den Fersen, doch können diese immer wieder entkommen.
„Krieg der Welten“ ist eine TV-Miniserie, die sich des Themas der o.g. H.G.-Wells-Verfilmung annimmt und es mittels neuester Tricktechnik aufpäppelt. Dabei herausgekommen ist eine für das Fernsehen typische Mischung aus Soap-Opera-Füllszenen, Science-Fiction- und Horrormotiven sowie einem gewissen Level an solider Action. Die aufwendig gestalteten Make-Up-Effekte lassen über viele dramaturgische Unebenheiten hinwegsehen. Was den Film aber streckenweise fast ungenießbar macht, ist die Tatsache, daß er die reaktionäre Luft des 53-Streifens atmet. So darf die Army hier nicht nur gegen die Marsbewohner vorgehen, sondern kann bei dieser Gelegenheit mit jedem abrechnen, der nicht den amerikanischen Treueeid geleistet hat. 1988 jedoch, wo auch Rambo in Afghanistan wüten darf, paßt diese TV-Produktion genau in die politische Schiene, die vom Weißen Haus so gerne gesehen wurde. Wenn man jedoch die unterschwellige Subversivität außer Acht läßt, bleibt „Krieg der Welten“ ein mittelmäßiger, leidlich spannender Genrebeitrag. Die deutsche FSK-Freigabe hat aufgrund einiger graphischer Morde (z.B. Augen-Ausstechen) ihre Berechtigung. Mit Jared Martin, Lynda Mason Green, Philip Akin, Richard Chaves, John Vernon u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin