Dr. Karen Schumaker, eine ehrgeizige, publicitysüchtige Psychologin, die ihre Arbeit eher so nüchtern wie ein Rechtsanwalt betrachtet, erhält den Auftrag, über den Serienkiller Simon Cartwright ein Gerichtsgutachten zu erstellen, denn Cartwright sitzt seit fünf Jahren in der psychiatrischen Anstalt des Dr. Marlowe und konnte sich bislang jedem Prozeß entziehen. Gegen den Widerstand des sinistren Anstaltsleiters beginnen die beiden ihre Gespräche, die letztendlich darin gipfeln, daß sich Karen immer tiefer in Simons Psyche hineinversetzen kann. Doch plötzlich greifen die Dämonen, die Simon zu einem mehrfachen Mörder haben werden lassen, auch nach der jungen Psychologin...
Der neuseeländische Erstlingsfilm "The Ugly" ist eine kleine Überraschung in der Welt des Horrorgenres, denn die erzählte Geschichte, die wie eine irrwitzige Kreuzung aus "Der Totmacher" und "Das Schweigen der Lämmer" daherkommt, ist von dem Debütanten Scott Reynolds intelligent und spannend umgesetzt worden. In teilweise wirklich perspektivlosen Bildern, die den Zuschauer immer wieder darüber rätseln lassen, ob er nun die Wahrheit (in Form einer Rückblenden-Erinnerung Simons) oder aber nur Karens Visionen über die Geschehnisse vor sich hat, wird die klaustrophobische Welt der Irrenanstalt des Dr. Marlowe, die nur einen Handlungsort kennt, nämlich Simons Verhörzelle, zu einem Hort größten psychologischen Schreckens. Auffällig dabei ist, daß Reynolds seinen "The Ugly" von der Dekoration über die Kostüme bis hin zur Lichtdramaturgie konsequent auf Blau- und Rottöne abgestellt hat, so daß das alles noch viel kälter wirkt (Die Farbe des Blutes bei Simons Mordtaten ist – recht effektvoll – schwarz!). So ist es auch nur logisch, daß "The Ugly" in einem doppelbödigen Schlußschock endet, der die aufdringlichen Bilder der technisch ungewöhnlichen Inszenierung noch einmal unterstreicht. Wollen wir hoffen, daß Reynolds nicht so schnell wie Landsmann Peter Jackson von Hollywood vereinnahmt wird und noch viele schräge Filme abliefert. Auf Video letterboxed (1,6:1). Alternativtitel: „Die Dämonen des Mörders“. Mit Paolo Rotondo, Rebecca Hobbs, Jennifer Ward-Lealand, Roy Ward u.a.
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