Phil und Gordon betreiben eine Firma für Asbest-Beseitigung, die kurz vor der Pleite steht. Die Sanierung des alten Kirkbride-Hauses, eine stillgelegte Nervenheilanstalt, soll die Wende bringen. Mit einer Handvoll Arbeiter geht es ans Werk. Doch das unheimliche Gebäude läßt ein kontinuierliches Arbeiten nicht zu, so daß sich die Männer aufgrund des Auftragszeitdrucks bald in den Haaren liegen. Als man im Keller auch noch die Tonbänder über die Gespräche mit der ehemaligen Insassin Mary Hobbes findet, die unter einer multiplen Persönlichkeit zu leiden hatte, scheint es sogar, als wenn es im Kirkbride-Haus spukt. Das letzte Tonband, „Session 9“, wird jedoch die Lösung bringen...
„Session 9“ gehört eindeutig zu jenen Filmen, die schwer zu packen sind, denn man weiß nie, welche Richtung das Ganze nehmen soll. So geht es zwar von Anfang an recht unheimlich zu, doch irgendwie will sich nichts Konkretes ergeben. Es tauchen keine Geister auf und auch der exemplarische messerschwingende Irre schleicht nicht ums Haus. Viel eher wird hier der psychologische Thrill dadurch gesponnen, daß die realen sozialen Ängste von Phil und Gordon auf ein Setting stoßen (nämlich das Haus), welches diese sich materialisieren läßt. Zum Ende hin wird vieles dann klarer und die anfangs als zäh empfundene Erzählung kippt in ein packendes „Psycho“-Derivat um, das sich gewaschen hat. So hebt sich Brad Andersons „Session 9“ wohltuend vom Rest der gelackten Mainstream-orientieren Genrefilme ab und gibt sich in vielerlei Hinsicht hübsch sperrig. Die bewußt durch den Einsatz von DV-Kameras kreierte Atmosphäre, die durch einen ausgeklügelten Sound-Teppich unterstützt wird, erinnert ein wenig an „Blair Witch Project“, während das Kirkbride-Haus eindeutig eine Verneigung vor Kubricks „Shining“ ist. Auf DVD letterboxed (2,35:1). Mit David Caruso, Stephen Gevedon, Josh Lucas, Peter Mullan u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin