Irgendwann nach dem Dreißigjährigen Krieg. Eine Truppe von Gauklern zieht durch das Land und erfreut die Bevölkerung mit einem makabren Spiel, bei dem es auch eine Parodie auf öffentliche Hinrichtungen gibt. Die Schausteller gelangen eines Tages auf das Schloß des Grafen Drago, der in einem Kellerlabor Experimente mit der Einbalsamierung menschlicher Körper macht. Ein Mitglied der Truppe nach dem anderen verschwindet auf seltsame Weise…
Der Second-Unit-Regie von Michael Reeves und dem ersten Filmauftritt Donald Sutherlands ist es zu verdanken, daß „Castle of the Living Dead“ nicht absolut in Vergessenheit geraten ist, denn trotz Christopher Lee in der Rolle des Grafen Drago ist der Film nicht unbedingt ein Highlight des Genres: Regisseur Warren Kiefer lieferte nämlich nur die üblichen Schwarzweiß-Bilder eines typischen 60er-Jahre-Gruselers ab. Michael Reeves hingegen, dem das nachtmahre Ende zugeschrieben wird, arbeitete da schon ganz anders, denn wie in seinen späteren eigenen Filmen entwarf er Bilder voller suggestiver Kraft und latenter Gewalt, die in einer wahren Explosion zum Ausdruck kommt. „Castle of the Living Dead“ hätte vom Stoff durchaus ein guter Genrebeitrag werden können, doch Produzent Paul Mazlansky ist bekannt dafür, nie mehr als 20 Tage Drehzeit zu erlauben (vgl.“The She-Beast“). Manche Quellen weisen den Italiener Luciano Ricci (unter dem Pseudonym „Herbert Wise“) als Regisseur auf, was jedoch falsch ist. Die mir vorliegende US-Fassung ist cropped. Mit Christopher Lee, Gaia Germani, Philippe Leroy, Donald Sutherland u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin