Franks Bewertung

starstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

20.10.2021
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Review

von Frank Trebbin

Aktualisiertes Review HD-VÖ

Vampirkiller Derek Bliss erhält den Auftrag, eine Jagdtruppe für einen Einsatz im Norden Mexikos zusammenzustellen. Doch immer, wenn Derek einen potentiellen Kandidaten aufsucht, ist dieser bereits von der geheimnisvollen Vampirfrau namens Una ermordet worden. Una lebt in den unterirdischen Verliesen einer verfallenen Festung im Nirgendwo und verbreitet nicht nur dort Angst und Schrecken. In Ermangelung erfahrener Kämpfer scharrt Derek lediglich ein paar Amateure um sich, um gegen Una in den Kampf zu ziehen...

Nicht ganz so stilistisch glatt wie John Carpenters „Vampire“ kommt dieses Quasi-Remake aus der Hand und Feder von Tommy Lee Wallace, der ja auch kein Unbekannter mehr ist, daher; verbreitet aber ebenso sehr Spaß wieder dieser. Ernst nehmen darf man den gleichsam splatterigen „Vampires: Los Muertos“ so und so nicht, denn ohne die eingearbeitete Ironie wäre Rockgitarrist Jon Bon Jovi wohl kaum bereit gewesen, über so viele Leichen zu gehen. Größter Unterschied zum o. g. Vorbild ist allerdings, daß Tommy Lee Wallace eindeutig zum Trash tendiert und die handelsüblichen Riten des Vampirfilms nicht mit John-Wayne-Mystik verklärt. Das melancholische Ende passt gut in die heutige Zeit und reflektiert die seit „The Forsaken“ gängige These, daß Vampirismus einer Krankheit gleichzusetzen ist, die behandelt werden kann. Auf Video und DVD (16:9) letterboxed (2,35:1). Des weiteren mit Cristián de la Fuente, Arly Jover, Darius McCrary u. a.

Dieser (jetzt nur schreibfehlerkorrigierte) Text ist in SPLATTING IMAGE # 86 (Juni 2011) veröffentlicht worden.

Anmerkungen aus 2021:

Der von Sandy King und Ehemann John Carpenter 2002 produzierte „Vampires: Los Muertos“ sollte ein preisbewussster aber keinesfalls billig wirkender Cash-In zu Carpenters eigenem Erfolgsfilm „Vampire“ von 1998 werden und wurde leider von der Kritik aber auch von Horrorfilmfans nicht gerade mit offenen Armen empfangen: es hagelte hüben wie drüben Kritiken und Geld spielte diese neuerliche Western-Horror-Mischung nur durch seine recht erfolgreiche Direct-to-Video-Vermarktung ein. Gerecht wird das dem von Tommy Lee Wallace solide und innerhalb des Budgets attraktiv im Stile des Originals inszenierten Vampirfilm nicht unbedingt, denn wenn auch das zweite „Vampire“-Kapitel nicht ganz so elegant geraten, so knüpft es doch vom Ton her nahtlos an und setzt motivisch vieles fort. Lediglich die weitaus einfacher gestrickten Spezialeffekte und das sterile CGI-Blut zeugen davon, dass die Produktionsgelder in den mexikanischen Studios wohl eher in Enchiladas und Tequila umgesetzt wurden. Nichtsdestotrotz hat „Vampires: Los Muertos“ einen gewissen Charme und verdient ein wohlwollendes Wiedersehen unter den Augen der Fans des Originals – und zwar in Form der guten HD-VÖ, die mit nicht überragendem, aber stabilem Bild und Ton überzeugt. Bildformat: 2,35:1.


Ab 22. Oktober 2021 erstmals als Blu-ray in einem limitierten Mediabook erhältlich.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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