Franks Bewertung

starstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


641 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Die genaue Synposis von „Track of the Vampire“ wiederzugeben erweist sich als sehr, sehr schwer, denn der Film ist aus verschiedenen anderen Werken zusammengeschnitten, umsynchronisiert und sinnentstellt worden. Nur so viel ist einigermaßen klar: Es geht um vampiristisch angehauchte Morde, einen verrückten Maler, einige Beatniks aus einem Strandclub, und das Ganze spielt in Dubrovnik (oder war es vielleicht nur Kalifornien?).

Doch erst einmal von Anfang an: Zu Beginn war da der jugoslawische Film „Operacija Ticijan“, den ein gewisser Rados Novakovic 1962 in Szene gesetzt hat. Roger Corman, der mal wieder ein Geschäft witterte, schickte Francis Ford Coppola nach Jugoslawien, um den Streifen zu „amerikanisieren“: aus „Operacija Ticijan“ wurde schnell „Portrait of Terror“, der schon andere Szenen als das jugoslawische Original enthielt. Jack Hill bekam dann 1964 von Corman den Auftrag, den Film nochmals umzuarbeiten und eine „Psycho“-orientierte Geschichte um einen verrückten Maler namens Sordi daraus zu machen. „Blood Bath“ war geboren, sollte aber nie das Licht der Projektoren erblicken, denn das Endergebnis brachte Roger Corman nicht gerade in Entzücken, denn er feuerte Hill wegen Unfähigkeit. Die Newcomerin Stephanie Rothman erhielt den Zuschlag, aus dem Hillschen „Blood Bath“ einen Film zu machen, der sich auch an der Kinokasse verkaufen läßt. 1966 erschien dann ihre Version von „Blood Bath“, der nun wiederum einige weitere Szenen des besagten Novakovic-Streifen enthielt. Mit 69 Minuten Laufzeit war diese neue Fassung zu kurz geraten, um sie gewinnbringend zu verschleudern. Flugs drehte Stephanie Rothman einige Szenen nach, und fertig war „Track of the Vampire“. Aus dem Grundplot um einen mordenden Maler ist ein herb zusammengeschusterter Vampir-Stoff geworden. Wenn man sich das Endprodukt anschaut, meint man, daß die ganze Mühe dies eigentlich nicht wert war, denn der Film wirkt –logischerweise– bruchstückhaft, stilbrüchig und wenig unterhaltsam. Eine genaue Wiedergabe der Entstehung der einzelnen Werke ist in VIDEO WATCHDOG Nr. 4, 5 und 7 nachzulesen. Mit William Campbell, Marrisa Mathes, Linda Saunders, Carl Schanzer u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme