1957 in einer australischen Kleinstadt. Der unter der Fuchtel seiner herrischen Mutter stehende Lionel trifft sich heimlich mit der spanischen Einwanderin Paquita, um gemeinsam den örtlichen Zoo zu besuchen. Lionels Mutter schleicht den beiden hinterher und wird dabei von einer gefährlichen Affenratte gebissen. Noch in der Nacht verwandelt sich die Frau in ein schleimspuckendes Monstrum, welches einen unstillbaren Hunger nach Blut entwickelt. Erste Versuche Lionels, die „Krankheit“ seiner Mutter zu verbergen, gelingen. Doch irgendwann beißt die Gute eine andere Person, und so wird eine groteske Kettenreaktion in Gang gesetzt, die fast allen Kleinstadtbewohnern zum Verhängnis wird.
Vergeßt „Rabid Grannies“! Vergeßt Lamberto Bavas „Dämonen“-Reihe! Ein neues Subgenre ist geboren: Gore’n Fun. „Braindead“ ist der definitive Schlußstrich unter die Dämonen-Zombie-Streifen, der knallige Endpunkt des modernen Splatterfilms und gleichzeitig der Start in eine neue Dimension. Peter Jackson schwingt sich mit seinem neuesten Werk in solche Höhen des Horror-Himmels auf, von denen sogar gestandene Genregrößen wie z.B. George A.Romero nur träumen können. Handwerklich noch weiter verfeinert als bei „Meet the Feebles“ erarbeitet Peter Jackson einen irrwitzigen Blutfilm, der beim Vergießen des kostbaren roten Naß’ alles in den Schatten stellt, was bisher dagewesen ist. Der Zuschauer watet förmlich in einem Meer aus Körperflüssigkeit, das sich unermüdlich 100 Minuten lang von der Leinwand ergießt– aber nicht in der deutschen Fassung!. Die bisher als sehr bizarr und kaum zu übertreffend eingestuften Einfälle aus „Bad Taste“ werden in „Braindead“ mindestens verdoppelt und auf die Spitze des Absurden getrieben (wozu doch ein Rasenmäher gut ist!). Der tiefschwarze Humor treibt dabei solch genialen Stilblüten, daß sogar die Jungs von Monty Python vor Neid erblassen. Doch ist dies noch Horror, wenn man sich ob der grausigsten Bilder die Schenkel vor Lachen klopft? Und genau daran werden sich die Geister späterer Kritiken scheiden. Für mich heute steht jedenfalls fest, daß „Braindead“ einer der ganz großen Subkulturklassiker des Splatter-Fandoms werden wird. Ich bin echt gespannt, was der innovative Filmemacher aus dem Land der Kiwis als nächstes veranstaltet. Das UK-Video ist uncut und letterboxed (1,54:1), die deutsche Fassung mit dem wirklich blöden Untertitel ist natürlich heftig geschnitten. Mit Timothy Blame, Diana Penalver, Elizabeth Moody, Ian Watkin u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin