Ein Chirurg, der sich auf das Studium menschlicher Gehirne spezialisiert hat, soll im Auftrag des riesigen Konzerns EUNICE einen dort beschäftigten Wissenschaftler operieren, der dem Wahnsinn verfallen ist. Die Operation ist deswegen umumgänglich, weil Halsey, so der Name des Patienten, wichtige Details über seine bisherige Arbeit nicht mehr preisgeben kann (oder will). Die Operation wird durchgeführt und scheint erfolgreich zu sein. Doch dann…
An dieser Stelle mehr von dem intelligenten, äußerst vielschichtigen „Brain Dead“ zu verraten, wäre wirklich unfair, denn der Film baut auf ein unvorbereitetes Publikum. So darf man sich an einer streckenweise tripartigen Handlung erfreuen, die so varianten- und fintenreich erzählt wird, daß einem gar nicht auffällt, daß dieser Science-Fiction-Schocker eigentlich ein ziemlich billiges B-Filmchen ist. Im Gegensatz zu Paul Verhoevens „Die totale Erinnerung“ bedarf es eben hier keiner großangelegten Special Effects, um eine Reise in das menschliche Gehirn vorzunehmen. Von der Thematik her fühlt man sich teilweise an „Der Höllentrip“ erinnert, doch muß man sagen, daß „Brain Dead“ auf der Suche nach der Existenz der Wirklichkeit und der Allmacht der Gedanken noch mindestens drei Schritte weitergeht als der vorgenannte Film. Am Erfreulichsten ist jedoch, daß der vorliegende Film kein Pardon gibt und den Zuschauer –gleichsam seinem Protagonisten– auf einen Höllenritt schickt, von dem es wirklich kein Zurück mehr gibt. Das großartige Ende unterstreicht einen Film, wie man ihn nur alle Jahre findet: abgerundet und schlüssig in der Aussage der Handlung und mit Widerhaken versehen, die sich in das Gehirn des Zuschauers bohren. Grandios. Mit Bill Pullman, Bill Paxton, Bud Cort, Patricia Charbonneau, George Kennedy u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin