Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Irgendwann im sogenannten Wilden Westen. Gary Hamilton, ein ehemaliger Armeeoffizier, wird nach zehn Jahren harter Ab-in-den-Steinbruch-Strafe, die er für eine Tat erhielt, die er nicht begangen hat, freigelassen. Sogleich macht er sich auf den Weg zu dem korrupten Minenbesitzer Acombar, der für Hamiltons „Justizirrtum“ verantwortlich ist. Als Acombar, der in der Zwischenzeit Haus und Weib von Hamilton vereinnahmt hat, davon hört, mobilisiert er seine Leute, die den Ex-Offizier bereits an der Stadtgrenze abfangen sollen. Am Horizont zieht derweil ein Orkan auf, und mit dem Wirbelsturm kommt Gary Hamilton, um Rache zu nehmen…

Gleich nach seinem „Sieben Jungfrauen für den Teufel“ drehte Antonio Margheriti 1969 für die Münchener Produktionsgesellschaft von Hauptdarsteller Peter Carsten diesen ungewöhnlichen Western, den er auch prompt mit den barocken Elementen des Horrorgenres ausstaffierte. Die Handlung spielt in nur einer Nacht, der ständige Wind läßt Fenster und Türen wie von Geisterhand öffnen, und Klaus Kinski mimt einen apokalyptischen Racheengel, der durchaus Pate für Clint Eastwoods „Ein Fremder ohne Namen“ gestanden haben könnte. Sicherlich: Auf den ersten Blick sieht das alles aus wie ein typischer „rüder Italo-Western“ (katholische Filmkritik), doch von der Optik und Tonkulisse her sieht man sich eher in den Gothic-Horror versetzt. Zudem verweist der stetig wachsende Body-Count mit den recht gruseligen Todesarten (u.a. ein Erhängter am Glockenseil) auch in diese Richtung. Vielen Dank an Peter Blumenstock für die Inspiration zu dieser Filmbesprechung (siehe: Splatting Image # 16). Auf Video und im TV letterboxed (1,9:1). Mit Klaus Kinski, Peter Carsten, Marcella Michelangeli, Antonio Cantafora u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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