Das „Saw“-Franchise geht weiter: Detective Hoffman, seit Teil IV fester Cast-Bestandteil, hat nun unweigerlich das Erbe des Jigsaw-Killers übernommen und setzt jetzt an dessen Stelle das makabre Spiel um ausgesuchte Todeskandidaten fort. Obwohl das FBI Hoffman schon ziemlich dicht auf den Fersen ist, kann dieser den Versicherungsmakler William, der durch seine bisherige besonders zynische Arbeitsweise auf dem Gebiet der Krankenversicherung aufgefallen ist, und einige andere Mitstreiter festsetzen, um das Jigsaws Spiel am Laufen zu halten...
Mit „Saw VI“ gibt der langjähriger Cutter der Serie, Kevin Greutert, sein Debüt als Regisseur und er erweist sich als würdig, denn dieser bislang letzte Teil ist stringent erzählt, wartet wieder mit vielen erlesenen Foltermethoden auf und zeichnet sich durch einen auffällig aufklärenden Blick auf Jigsaws Beweggründe für seine Taten aus. Dass das Ganze natürlich mit einer Zuspitzung der Gewalt kokettiert, scheint mir bei einer derart ungebrochen populären Horrorfilm-Serie einfach nur logisch zu sein, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die Macher jetzt wirklich an ihre Grenzen gestoßen sind: brutaler geht’s kaum noch (die Eingangssequenz ist schon ziemlich derbe) und inhaltlich ist nun wirklich alles gesagt. Doch halt, stirbt damit die „Saw“-Serie? Mitnichten, Fans aus aller Welt werden entzückt sein über das Ende und sich darauf freuen, dass Hollywood dieser Dollar-Druck-Maschine noch ein Türchen offen gelassen hat. Achtung: Die FSK-18-Fassung von „Saw VI“ basiert auf der R-Rated-Fassung, wohingegen die SPIO-JK-Fassung die szenenmäßig leicht umgeschnittene Unrated-Fassung zum Besten gibt. Auf DVD 16:9. Mit Tobin Bell, Costas Mandylor, Shawnee Smith, Betsy Russell u. a.
Anmerkung: Das Review sollte ursprünglich in SPLATTING IMAGE erscheinen und stammt unverändert aus der Zeit zur VÖ des Titels.
© Selbstverlag Frank Trebbin