Der Ort: eine typische US-Vorstadt. Dane und sein junger Bruder Lucas müssen mal wieder umziehen, weil Mom eine neue Stelle im Krankenhaus angetreten hat und auch ihr gewalttätiger Vater, der dafür im Knast sitzt, wieder böse Briefe schreibt. Im Keller des neuen Hauses entdecken die Brüder eine mit vielen Schlössern versehene Luke im Boden, öffnen diese und schauen in ein Loch, welches bodenlos zu sein scheint. Eine unheimliche Kraft entweicht dem Kellerloch und verfolgt Dan, Lucas und Nachbarstochter Julie in Form ihrer eigenen Ängste…
Joe Dantes „The Hole“ ist ein wunderbar altmodischer, im besten Sinne des Wortes unaufgeregter Gruseler, der trotz aller Mankos einer B-Film-Produktion durchaus zu glänzen versteht. Sicherlich ist es auch dem stilsicher arbeitenden Dante zu verdanken, dass aus einem Quasi-Nichts von Handlung das letzte Quentchen Spannung und Unterhaltung gepresst wurde und der sich aller Ernsthaftigkeit des Dargebotenen zum Trotz nicht das eine oder andere Augenzwinkern verkneifen konnte. Zwar gelingt es ihm dabei nicht ganz, an die Leichtfüßigkeit seines „Gremlins“ anzuknüpfen, doch immerhin bietet er mit dem Finale von „The Hole“ eines der besten Beispiele dafür, wie man den Traum-Horror eines Freddy Krueger mit den Motiven des deutschen Expressionismus verbinden kann, ohne dabei wie ein Hochschulprofessor zu wirken. Das alles wirkt wie aus einem Guss und selbst die drei Jungmimen an vorderster Front sind glaubhaft dargestellt. Fazit: schön, dass Joe Dante noch solche Filme macht und schön, dass er dabei seine Verschrobenheit (oder besser: Eigenwilligkeit) bewahren konnte. Bildformat: 1,85:1. Auf BD auch in 3D (funktioniert bestens; ein paar Pop-Outs sind dabei, ansonsten viel räumliche Tiefe). Mit Teri Polo, Chris Massoglia, Haleya Bennett, Bruce Dern u. a.
Anmerkung: 2012 für SPLATTING IMAGE geschrieben, dort jedoch nicht mehr veröffentlicht.
© Selbstverlag Frank Trebbin