Der noble Segelklub am Berliner Wannsee ist nicht nur das Ziel einer ausgelassen feiernden Jugend-Clique um Johanna und ihre Freunde sondern auch jener Ort des Schreckens, an dem 1975 ein geheimnisvoller Todesfall stattgefunden hat. Nunmehr scheint irgendjemand Rache zu nehmen, denn die Kinder jener Beteiligten von damals werden von dem unheimlichen „Wannsee-Mörder“ gejagt, der da aus den Tiefen des Sees emporschnellt und mit der Harpune die Jagdsaison eröffnet...
Oh, Mann, welch guter Kurzinhalt ist mir zu diesem Schwachsinn eingefallen? „Der Wannsee-Mörder“ ist – trotz (oder gerade wegen) aller allzu bemüht wirkenden mondänen Bilder – nämlich ähnlich blöde und stupide wie die US-Teenie-Slasher der 80er Jahre. Dröge abgespulte Dialoge, eine mehr oder weniger ritualisierte, weit vorhersehbare Handlung und ein paar Schickimicki-Möchtegern-Schauspieler bestimmen den Gesamteindruck dieses TV-Filmchens, das inszenatorisch mit einigen fehlerhaften Details aufwarten kann (und damit meine ich nicht nur die tschechischen Drehorte, die als Berlin-Zehlendorf verkauft werden!). Als Horrorfilm kommt einem nämlich Jörg Lühdorffs Streifen durch und durch wie ein falscher Fuffziger vor. O.g. Laufzeit ist ohne Endcredits. Im TV matted (1,6:1). Mit Lavinia Wilson, Gerd Silberbauer, Reiner Schöne, Julien Lambroschini u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin