Nach einem Streit mit ihrem Freund hat die Lehrerin Anna einen bösen Autounfall und erwacht erst wieder auf dem Tisch des Bestatters Eliot, der sich gerade daran macht, ihren Körper für die Beerdigung herzurichten. Natürlich glaubt Anna, noch am Leben zu sein, doch Eliot behauptet kurioserweise genau das Gegenteil und verweist auf seine spezielle Gabe, mit den Toten sprechen zu können. Anna, die sich als Opfer einer Entführung wähnt, denkt über ihre Flucht aus dem Bestattungsinstitut nach…
Mit Agnieszka Wojtowicz-Vosloos „AFTER.LIFE“ wird der geneigte Horrorfilm-Fan, der sich noch zu gruseln versteht und nicht immer nur auf der Suche nach neuen bluttriefenden Events ist, seine helle Freude haben, denn er ist eine durchweg positive Überraschung innerhalb eines Genres, welches zur Zeit wieder zu stagnieren scheint. Das kluge Drehbuch, welches noch zwei äußerst zielführende Erzählstränge um Annas trauernden Freund und einen ihrer Schüler parat hält, läßt über lange, lange Zeit offen, was eigentlich wirklich mit Anna geschieht, und beantwortet auch im Nachhinein nicht alle Fragen, so dass jede Menge Raum für Interpretationen bleibt (dazu unbedingt den Filmkommentar der DVD hören!). Das alles ist ziemlich unterhaltsam und spannend geraten – auch wenn eingefleischte Kenner das Ende erahnen können –, sehr gut gespielt und von der ersten Minute so erstaunlich bedrückend bzw. bedrohlich, so dass dem Zuschauer fast keine andere Wahl bleibt, als von der Atmosphäre von „AFTER.LIFE“ vereinnahmt zu werden. Fazit: Ob nun das Drama oder die Frage nach unserer Existenz im Vordergrund steht, egal, für mich ein kleines Meisterwerk des subtilen, leisen Schreckens. Auf DVD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Christina Ricci, Liam Neeson, Justin Long, Josh Charles u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin