Der junge Frederic hat merkwürdige Tagträume, in denen ein Schloß und ein geheimnisvolles Mädchen vorkommen. In einem Kino erscheint ihm dieses Mädchen in Wirklichkeit. Als Frederic sie ansprechen will, verschwindet sie. Von seiner Mutter erfährt er, daß das Mädchen seine Schwester ist, die vor Jahren als Vampir begraben wurde. Nun scheint sie auferstanden zu sein…
Jean Rollins Film ist eine visionäre Umsetzung der Odyssee eines Mannes, auf der Suche nach den eigenen Sehnsüchten. In beklemmenden Bildern, die größtenteils ein nächtliches, menschenleeres Paris zeigen, wird die innere Einsamkeit des suchenden Frederic verdeutlicht. Vom Horrorteil her muß man sagen, daß Jean Rollin seinem Lieblingsthema, den weiblichen Vampiren, treu bleibt und uns neben der Schwester Frederics gleich eine ganze Bande von Beißerinnen bietet, die unseren Helden verfolgen und jeden „mitnehmen“, der ihnen dabei begegnet. Doch im Gegensatz zu seinen bisherigen Sex-Vampir-Streifen kommt hier die sexuelle Komponente (in Form der inzestuösen Beziehung Frederics zu seiner Schwester) unterschwelliger bzw. versteckter daher. Nur in der Schlußszene wird Rollin überdeutlich und bringt Bilder, die die Ewigkeit der Geschwisterliebe untermauern. Mit Jean-Loup Philippe, Annie Brilland, Natalie Perrey, Martine Grimaud u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin