Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Eine Mordserie, bei der den Opfern ein großes X in den Halsbereich eingeritzt worden ist, beschäftigt Kommissar Tabake nun schon seit Wochen. Das Kuriose daran ist, dass die Morde von unterschiedlichen Tätern, die jeweils kurz nach der Tat geschnappt werden konnten, begangen wurden und lediglich die Markierung der Opfer auf einen Zusammenhang schließen läßt. Tabake ist davon überzeugt, dass es sich bei den Amokläufern um Marionetten handelt, die nur unter Hypnose mordeten. Dieser Verdacht erhärtet sich, als der Psychologiestudent Mamiya festgesetzt wird, der sich mit dem aus dem letzten Jahrhundert stammenden Schweizer Hypnose-Arzt Messmer beschäftigt. Doch leider hat Mamiya – so scheint es zumindest – sein Gedächtnis vollständig verloren...

Diese Kurzbeschreibung gibt nur wenig Aufschluß darüber, was einem in dem japanischen Serienkiller-Film "Cure" wirklich erwartet: den absolut unbegreifbaren, sehr urbanen Schrecken eines Mörders, der ebenso krass-realistisch agiert wie er gleichsam überirdischen Ursprungs zu sein scheint. Die subtile Art, mit der Kiyoshi Kurosawa seine düster-bedrohliche Atmosphäre kreiert, ist schon sehr beachtlich, zumal man bedenken muß, dass die gesamte Inszenierung eher minimalistisch ausgefallen ist und von so manchem US-Bombast-Kino-verwöhnten Zuschauer als pure Langeweile empfunden wird. Was in "Sieben" zu effektvoll arrangierten Thriller-Höhepunkten getrieben wird, entpuppt sich hier als existentialistisches Katz-und-Maus-Spiel zwischen Tabake und Mamiya, bei dem es weder Gewinner noch Verlierer geben kann sondern nur eine ewige Bestätigung des Status Quo. Das niederschmetternde, an David Finchers Erfolgsfilm erinnernde Ende intensiviert eine Handlung, die trotz aller bemühten Versatzstücke des Genres durchaus originell und unheimlich ist. Im Kino matted (1,85:1). Mit Koji Yakusho, Tsuyoshi Ujiki, Anna Nakagawa, Masato Hagiwara u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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