Der Matrose Johnny Drake lernt in Kalifornien die mysteriöse Mora kennen, die auf einem Jahrmarkt als Meerjungfrau auftritt. Man erzählt Johnny, daß zwei von Moras früheren Liebhabern unter geheimnisvollen Umständen ertrunken sind. Johnny beginnt, Mora wirklich für eine Meerjungfrau zu halten, die mit ihrem Sirenengesang die Männer in ein nasses Grab lockt. Und tatsächlich versucht Mora, den Matrosen bei einem gemeinsamen Tauchgang zu töten…
„Night Tide“ ist eine düster-morbide Liebesgeschichte, die so von ihrer brillanten, unheilsschwangeren Schwarzweiß-Fotografie lebt, daß sie es fast verdient, mit „Tanz der verlorenen Seelen“ (aka „Carnival of Souls“) in einem Atemzug genannt zu werden. Die horriblen Ereignisse vollziehen im Verlauf der Story eine Wandlung: Erst funktioniert die Geschichte als makabres Märchen für Erwachsene, doch zum Schluß gibt es handfesten psychologischen Horror à la Hitchcocks „Psycho“. Curtis Harrington beherrscht beide Spielweisen gut, schafft es aber nicht ganz, sie übergangslos miteinander zu verbinden. So sind einige Längen im Mittelteil hinzunehmen. „Night Tide“ ist für rund $ 50.000 von Curtis Harrington selbst produziert worden. Ein Verleih für Deutschland hat sich nie gefunden. Mit Dennis Hopper, Linda Lawson, Luana Anders, Bruno ve Sota u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin