Franks Bewertung

starstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

17.07.2012
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Review

von Frank Trebbin

Kris alias „Dante“ organisiert illegale Touren in den Untergrund des wiedervereinigten Berlins. Seine neueste Entdeckung ist ein erst jüngst zugemauerter Bunker, der für den Fahrer Adolf Hitlers diente. So führt er jetzt vier junge ausländische Touristen zu den heiß begehrten „Nazi-Grafittis“. Auf dem Rückweg kommt es zu einem Unfall, bei dem Kris schwer verletzt wird und nicht mehr ansprechbar ist. Doch glücklicherweise taucht ein abgeranzter Mann, ein Ex-DDR-Grenzer, auf, der seine Hilfe anbietet. Und genau diese „Hilfe“ ist ziemlich speziell, denn der gute Mann glaubt noch immer, „auf Posten“ zu sein…

Sieht man beim Vorspann das Signet der „Rialto“ Filmgesellschaft und weiß um die Tatsache, dass auch viele alte Edgar-Wallace-Streifen von dieser Produktionsfirma in Berlin hergestellt wurden, dann freut man sich schon ein wenig auf „Urban Explorer“, von dem man sich traditionsgemäß dann wohliges Gruseln erhofft. Und so kommt es anfangs auch: schnell ist man im Untergrund und auch schon mittendrin in der Handlung; wortkarg (ungewöhnlich: die DF hat mehr englische Dialoge als deutsche, so dass die Sprachbarriere gut herausgearbeitet wird) geht es durch versiffte Gänge und eine recht unheimliche Atmosphäre macht sich breit. Das alles will trotz nervig-wackeliger Handkamera gefallen. Selbst Anflüge unfreiwilligen Humors wie die beim Auftritt der Neo-Nazis stören nicht wirklich. Doch dann merkt man mit zunehmender Laufzeit, dass man irgendwie auf der Stelle tritt und trotz der im letzten Drittel vermehrt eingesetzten Torture-Porn-Motive eines „Hostel“ schlußendlich doch ein klein wenig enttäuscht ist, weil zu wenig zu spät was passiert. Grimmig ist nur das in seiner Konsequenz überraschende Ende. Alles in allem von Andy Fetscher (Regie, Schnitt und Kamera) ein netter Geh-Versuch im Genre. Auf BD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Nathalie Kelley, Nick Eversman, Max Riemelt, Klaus Stieglmeier u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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