3D-Review
In der Zukunft. Der viele Jahrhunderte andauernde Krieg zwischen Mensch und Vampir wird dergestalt durch die „Priester“ genannten Gotteskrieger gelöst, dass die Blutsauger in Reservate gesteckt werden und sich die Menschheit in von der Kirche beherrschten Mega-Citys verstecken. Als einer dieser „Priester“ nun erfährt, dass seine Nichte Lucy von einer Rotte ausgebrochener Vampire entführt wurde, sattelt dieser sein Pferd, äh, sein Strahlenmotorrad und begibt sich auf einen ganz persönlichen Kreuzzug gegen die Indianer, äh, Vampire…
Wie schon mit seinem Debüt „Legion“ verbindet Scott Stewart auch hier Motive des klassischen Westerns (John Waynes/John Fords „Der schwarze Falke“ stand dieses Mal eindeutig Pate für die Handlung und Karl Urban gibt den „Stranger“ aus den Spaghetti-Western!) mit denen des modernen Horrorfilms und überhöht damit sogar noch John Carpenters Vorgabe aus „Vampire“, der diesbezüglich ja schon eine Marke setzte. Doch weil Stewart das erzählerische Geschick des „Halloween“-Vaters fehlt, ist der auf Neo-Western getrimmte „Priest“ einfach nur ein schnell goutierbarer B-Vampirfilm geworden, der ähnlich wie Fast Food funktioniert: man ist zwar irgendwie satt, hat aber bald wieder Appetit auf was Neues. In Ermangelung besagter Originalität hat man sich verleihtechnisch dazu entschieden, den Film nachträglich in 3D zu konvertieren, um ihn kassenträchtiger zu machen. Dabei hätte man aber auch bedenken müssen, das Inszenierte etwas aufzuhellen, denn gerade in den sehr düster gehaltenen Nacht- bzw. Unter-Tage-Szenen geht die dritte Dimension fast schon flöten. Alles in allem betrachtet funktioniert der überraschend blutleere „Priest“ aber immer dann als brainless fun ganz gut, wenn die Action flott genug ist, um über das zusammengeklaute Gesamtkonzept hinwegsehen zu lassen. Auf BD (16:9) letterboxed (2,35:1), in 3D (nun ja, kann… muss nicht, mal räumlich… mal flach, nun ja) und mit Zusatzszenen Klerus-kritischen Inhalts, die, wenn sie im Film geblieben wären, „Priest“ besser gemacht hätten. Des weiteren mit Paul Bettany, Cam Gigandet, Maggie Q und in Nebenrollen: Brad Dourif, Christopher Plummer, Mädchen Amick.
© Selbstverlag Frank Trebbin