Der italienische Horrorfilmregisseur Lucio Fulci (kennen wir den?) hat schon zu viele Streifen dieses Sujets heruntergekurbelt, denn heute leidet er unter Tagträumen, die von den blutigsten Szenen seines bisherigen Schaffens geprägt sind. Bald schon kann der gute Mann nicht mehr zwischen Phantasie und seiner realen Arbeit unterscheiden. Und als dann noch ein wirklicher psychopathischer Frauenschlitzer auftaucht, ist die Verwirrung perfekt.
Fulci spielt Fulci. Das eigentlich sagt schon alles über „Nightmare Concert“ aus, der einer der ultimativsten Gore-Filme der letzten Dekade ist (natürlich nicht mehr in der deutschen Fassung (= 1), wo der Film seine Daseinsberechtigung vollends verloren hat!). Ohne großen erkennbaren roten Faden werden hier extrem blutige Morde und happigste Splatterszenen aneinandergereiht. Dabei greift Lucio Fulci auf eigenes sowie fremdes Material zurück und bastelt aus Schnipseln von z.B. „Snake House“ oder „The Murder Secret“ eine dünne Handlung mit schwindelerregendem Blutgehalt. Filmtechnisch bleibt der italienische Altmeister des harten Horrors hinter den Erwartungen zurück, denn was da teilweise an verwackelten Bildern, unruhigen Schwenks und Schnitthickhack geboten wird, ist schon ziemlich derbe. Nun ja, wem’s gefällt. Mir jedenfalls ist „Nightmare Concert“ zu sinnlos blutig. Mit Lucio Fulci, David I.Thompson, Jeoffrey Kennedy, Malisa Longo u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin