1994 ermorderte der junge Harlan Diehl in einer Kleinstadt in Michigan seine gesamte Familie und filmte sich obendrein dabei. Heute läßt sich der angehende Filmhochschüler Julian von diesen Taten inspirieren, um einen Film zu machen, der ihn beruflich vorwärts bringen soll. Beim Dreh läßt er sich von dem Video-Nerd Quinn, der in Wahrheit Harlan Diehls Sohn ist, helfen und natürlich ahnt der gewiefte Zuschauer, dass auch der Sohnemann nicht alle Tassen im Schrank hat und irgendwann zum Messer und zur Videokamera greift…
Obwohl Christian Slaters Konterfei groß auf dem Cover zu „Playback“ zu sehen ist, spielt dieser doch nur eine nebulöse Nebenrolle als versauter Cop, der sich Videos aus den Mädchenduschen anschaut, und es gilt zu vermuten, dass er sich mit diesem Auftritt hier sein Altersbrot verdienen wollte. So hatte er wahrscheinlich auch im Vorfeld nicht das Skript gelesen, denn dann hätte er gewußt, dass „Playback“ nur ein gerade mal so durchschnittlicher Slasher-Film ist, der zudem noch durch seine Shot-on-Video-Machart (inklusive nerviger Handkamera mit dementsprechender Wackel-Optik) mächtig abzurutschen droht. So ist das Ganze auch ohne einen Funken Originalität inszeniert worden und – besonders im zu lang empfundenen Mittelteil – sehr geschwätzig geraten. Ob man mit dem erklärerischen Unterbau (Harlan Diehl war besessen von einem bestimmten obskuren Video; sein Sohn später natürlich auch) sich an einer verklausulierten Hommage an den „Ring“-Filme abarbeiten wollte, kann nur Drehbuchautor und Regisseur Michael A. Nickles beantworten. Auf DVD und BD 16:9. Mit Johnny Pacar, Toby Hemingway, Ambyr Childers u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin