Lindsay Finch ist eine junge, attraktive Frau, die aber aufgrund eines traumatischen Kindheitserlebnisses keine normale Beziehung zu einem Mann eingehen kann: Sie ist nekrophil. Auf einer Beerdigung, die Lindsay zu ihrer Befriedigung besucht, macht macht sie die Bekanntschaft von Fred McSweeney, einem Bestattungsunternehmer, der ähnliche sexuelle Vorlieben hat. Fred geht aber beim Ausleben seiner Obsessionen einen Schritt weiter und mordet dafür…
Dieser Horrorthriller ist ein für sein Entstehungsjahr ziemlich harter und sehr offener Schocker, der auch vor blutigen Mord-Details, eindeutigen Sexszenen mit Leichen und kruden Einfällen nicht zurückschreckt. Das Ganze wird aber weder schlüpfrig-schmutzig noch exploitationhaft überzogen dargestellt, sonder präsentiert sich eher in Form eines gediegenen Dramas. Umso mehr Wirkung zeigen dadurch die herben, überraschenden Bluttaten, die zu den heimlichen Höhepunkten von „Love Me Deadly“ gehören. Obwohl keine klassische Horror-Stimmung aufgebaut wird, ist der Film spannend bis zum Ende, weil die bizarre Reise in die Welt menschlicher Abnormalität durchaus gelungen und glaubhaft umgesetzt ist. Filmgeschichtlich stellt „Love Me Deadly“ genau den Zwischenschritt zwischen dem nekrophilen Gothic-Horror „The Terror of Dr. Hichcock“ und dem grotesken Low-Budget-Schocker „Nekromantik“ dar. Produziert übrigens wurde Jacques La Certes Streifen von H.B.Halicki, der heute für seine Auto-Crash-Filme bekannt ist. Mit Mary Wilcox, Lyle Waggoner, Christopher Stone, Timothy Scott u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin