Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

24.09.2012
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Review

von Frank Trebbin

Sechs Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg ereignet sich in den Südstaaten eine neuerliche Katastrophe: Untoten steigen aus ihren Gräbern und streifen ruhelos von Farm zu Farm, um Menschenfleisch zu ergattern. Weil auch der Ex-Soldat Edward Young auf diese Weise seine Familie verloren hat, streift er nun durchs Land, um Rache zu nehmen. Auf seiner Reise begegnet er Isaac, der seine Schwester Emma aus den Fängen des irren Generals Williams befreien will, der wiederum mit Menschen und Untoten herumexperimentiert, um ein Serum gegen die Seuche zu finden…

Unschwer ist zu erkennen, dass diese kanadische Low-Budget-Produktion durchaus etwas von „I Am Legend“ und „Day of the Dead“ hat, aber auch in großem Maße von dem Existenzialismus eines „Jeremiah Johnson“ lebt – und das nicht nur wegen der bildlich bemühten Western-Motive. Damit ist John Geddes’ „Exit Humanity“ eher ein poetisch als stringent angelegter Horrorfilm, der an solche Crossover-Klassiker wie „Lemora“ anknüpft und bewusst Thrill und Splatter nicht in den Vordergrund drängen lässt. In vielerlei Hinsicht knüpft Geddes zudem in seiner sozialkritischen Grundhaltung an die Aussagen im Oeuvre von George A. Romero an, reflektiert einige dieser Thesen auf geschickte Weise, kommt aber leider um Jahre zu spät, um damit noch wirklich zu überraschen oder gar zu punkten. Was „Exit Humanity“ allerdings wirklich sehenswert macht, ist die stoische Konsequenz, mit der uns düstere Atmosphäre, düstere Sets und düstere Dialoge präsentiert werden. Das Ganze ist nämlich eine Art Feld-Wald-und-Wiesen-Produktion gewesen, die sich glücklicherweise aber durch bessere Schauspieler und einer weit gelungeren technischen Umsetzung von ähnlich gearteten Amateurstreifen unterscheidet. Aufwendigere Action-Szenen sind dabei – und das nenne ich mal Einfallsreichtum – durch Comic-Inserts ersetzt worden, die natürlich budgetgerecht viel einfacher umzusetzen waren. Fazit: „Exit Humanity“ ist sicherlich nicht jedermanns Sache, sollte keinesfalls als reiner Zombiefilm gesehen werden, dürfte aber echten Genrefans als Bereicherung des Sujets gelten. Auf BD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Mark Gibson, Jordan Hayes, Dee Wallace, Bill Moseley u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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