Franks Bewertung

starstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

11.05.2013
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Review

von Frank Trebbin

Román glaubt, seine Freundin Jacqui an eine Internet-Bekanntschaft verloren zu haben. Aus diesem Grund dringt er zusammen mit der gemeinsamen Bekannten Ali in das Haus ein, in der Jacqui und ihr Neuer sich verabredet hatten. Doch in diesem alten Haus herrscht der blanke Horror: nicht etwa jugendliche Liebhaber residieren dort, sondern zwei politisch verwirrte alte Männer, die wie zu Diktatur-Zeiten in den 1970ern foltern und morden. So streichen sie z. B. Die Körper junger entführter Frauen mit Nitroglycerin ein, damit diese bei ihrer Flucht explodieren...

Horror- bzw. Genrefilme, die mit politischem Hintergrund ausgestattet sind, waren schon immer irgendwie problematisch. Entweder diente dieses Element zu rein oberflächlichen Pulp-Fun-Zwecken, siehe „Iron Sky“ bzw. das Auftauchen von Nazi-Zombies in anderen Gruselstreifen, oder aber zur Vervielfältigung des Gross-Out-Härtefaktors in Folter- und Ekelstreifen à la „Men Behind The Sun“. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der argentinische „Cold Sweat“ zur zweiten Kategorie gehört, denn explodierende Körper und gepeinigte junge Frauen sprechen eine deutliche Sprache, oder? Doch irgendwie ist Adrián Garcia Boglianos Abrechnung mit der rechtskonservativen Militär-Junta seines Heimatlandes anders, skurriler, ja bisweilen wie ein Stück aus dem Tollhaus. Da gibt es inszenatorische Ungereimtheiten, die dem geübten Genrefan sofort ins Auge springen, noch mehr Überraschungen im Keller als jene, die schon im Kurzinhalt genannt sind, und über dem Ganzen weht ein kräftiger Hauch von Euro-Trash im Stile eines gut abgehangenen Jess-Franco-Films. Das alles ist recht kurzweilig (Kein Wunder, bei 70-Minuten-plus Laufzeit), stellenweise sogar richtig bissig und alles in allem betrachtet schon fast ein kleines Juwel aus der Absurdistan-Ecke, in die sich die (satten) Jungfilmer aus Nordamerika kaum noch verirren. Auf DVD (16:9) letterboxed (2,35:1). Mit Facundo Espinosa, Marina Glezer, Camila Velasco, Omar Musa u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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