Franks Bewertung

starstar / 9

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

05.07.2012
1.906 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Alyce und Carroll sind Freundinnen, die gerne mal nachts um die Häuser ziehen und Drogen sowie Alkohol nicht unbedingt ablehnen. Als Carroll erfährt, dass ihr Freund sie betrügt, ist mal wieder so eine Exzess-Nacht angesagt. Doch diese endet für Carroll tödlich, als sie im Rausch durch Alyce von einem Dach gestoßen wird. Fortan versinkt Alyce immer tiefer im Drogensumpf, sieht Carroll öfter mal als Geist und befreit sich schließlich in einem wahren Blutrausch aus ihrem ganz persönlichen Wahnsinn.



Wer schon immer mal sehen wollte, wie mühsam es ist, eine Leiche zu zerstückeln und regelrecht „kleinzukriegen“, der muss sich ungefähr 75 Minuten lang durch diesen kranken, schmuddeligen und oftmals erschreckend öden Film quälen, der zu mancher Ausgeburt aus den 1970er passen würde („Last House On Dead End Street“) quälen und von dem man hinterher nicht weiß, ob er nun Horror, ein Drogendrama oder gar einfach nur eine Mogelpackung sein soll. Es mag aber auch sein, dass Regisseur Jay Lee und seine Crew die Pillen von Film-Dealer Rex (eklig: Eddie Rouse) selbst eingeschmissen und so die Kontrolle über ihren Film verloren haben, der durchaus dazu geeignet ist, zu provozieren. Da gibt es nämlich neben Motiven aus Polanskis „Ekel“ und der modernen J-Horror-Ikonografie (Carrolls geisterhafte Auftritte sind „Ring“-mäßig) auch durchaus gewollte Tabubrüche, wie z. B. die kurze, aber verstörende „Pah, lesbische Nekrophile!“-Szene. Für Gorehounds sind quasi 10 Minuten zum Schluß vorbehalten, in denen Alyce sich mit aller Gewalt von ihren Geistern, die sie quälen, befreit. Diese Szenen sind starker Tobak, lassen Erinnerungen an den „Man-Eater“ und so manche Fulci-Ferkelei wach werden. Welcher Horrorfilmfan sich durch welchen Part von dem äußerst unbequemen „Alyce“ angesprochen fühlt, sollte jeder für sich entscheiden – einfach macht es einem Jay Lee dabei aber nicht. Die DF soll uncut sein. Auf DVD 16:9. Mit Jade Dornfeld, Tamara Feldman, James Duval u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme