3D-Review
Man muss als Genrefan nicht immer nur auf die reinen Horrorfilme schielen, um mal ein gerütteltes Maß an blood & guts zu erhaschen. Nein, manchmal reicht auch schon der Blick in die griechische Mythologie, so wie bei „Krieg der Götter“ geschehen.
Bei diesem „300“ nicht unähnlichen Action-Epos geht es um den sagenumwobenen Epeiros-Bogen, den der unbarmherzige und brutale König Hyperion (gut: Mickey Rourke) auf seinem Feldzug durch Griechenland sucht. Für Hyperion ist der magische Bogen deshalb so wichtig, weil er damit die einst von den Göttern verbannten Titanen befreien will, mit deren Hilfe er die Menschheit zu unterjochen versucht. Gottvater Zeus wählt daraufhin den sterblichen Krieger Theseus aus, um gegen Hyperion in den Kampf zu ziehen. Doch als die Titanen wirklich frei kommen, greift Zeus doch lieber selbst ein und es beginnt wahrlich ein Krieg der Götter…
Bereits mit seinem Debüt „The Cell“ setzte Tarsem Singh, ein ausgemachter Werbefilmer, in punkto Dekor / Style aber auch bei der Darstellung von Gewalt und Sadismen ein Zeichen, so dass man als erfahrener Zuschauer schon früh erahnen kann, was einen hier erwartet: ein opulentes Werk, welches viel fürs Auge bietet. Und man wird nicht enttäuscht! Die Austattung ist mal wieder vorzüglich, die CGI-Welten einfach atemberaubend (und das erst recht in der 3D-Fassung auf BD). Tja, und was die Gewalt angeht, so kommt es einem vor, als wenn seit „The Wild Bunch“ das Vergießen von Blut nie faszinierender in Szene gesetzt worden ist. Das nennt man den wahren Kampf der Titanen. Zwar hat „Krieg der Götter“ auch so seine kleineren Längen, zumal die Geschichte an sich schnell erzählt ist und Tarsem Singh mal wieder seinen höchst eigenen Erzähl- und Inszenierungsrhythmus an den Tag legt, doch das was man an Kämpfen geboten bekommt ist von höchster Güte. Natürlich muss man bei solch einem Stoff auch ein bißchen Pathos, schmachtende Weiberblicke und den einen oder anderen testosterongeschwängerten Dialog ertragen, doch das hatten wie bereits im Sandalen-Kino der 1950er Jahre viel, viel schlimmer. Fazit: „Krieg der Götter“ ist ein visuelles Feuerwerk ohnegleichen, bei dem man das Gehirn ruhig mal ausschalten kann aber die Augen unbedingt aufreissen muss! Auf BD 16:9 und in trotz Konvertierung gut funktionierendem 3D. Mit Henry Cavill, Stephen Dorff, Luke Evans, John Hurt u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin