Franks Bewertung

starstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Alan Foster, ein Reisender in England, geht in einer Dorfschänke eine unheimliche Wette ein: Er soll eine Nacht in einem Spukschloß verbringen. Ist er am darauffolgenden Morgen nicht wahnsinnig geworden, so erhält er viel Geld. Im Schloß trifft Alan auf eine Frau namens Elizabeth, die sich als Schwester des Wettgegners vorstellt. Nach und nach tauchen weitere merkwürdige Gestalten auf und ein mörderisches Geschehen nimmt seinen Lauf. Alan , der sich inzwischen in Elizabeth verliebt hat, realisiert, daß um ihn herum nur Geister sind. Zusammen mit Elizabeth will er fliehen, doch…

Ja, ja, der aufmerksame Genrebeobachter weiß bereits, daß Elizabeth auch ein Geist ist. Dennoch ist „Castle of Blood“ weit weniger vorhersehbar als gedacht und hat Atmosphäre und Stil. Aber nicht nur, weil er mit Barbara Steele glänzend besetzt ist, sondern weil Antonio Margheriti mit „Castle of Blood“ den Zenit seines künstlerischen Schaffens erreicht hat. Zusammen mit „The Long Hair of Death“ und „Das Schloß des Grauens“ ist dem italienischen Vielfilmer eine einprägsame Trilogie gelungen, die sich auf perfekte Weise mit den verschiedenen Spielarten des klassischen Gothic-Horrors beschäftigt. Daß Margheriti allerdings nie die Klasse von Mario Bava erreichte, liegt daran, daß er sich zu schnell und zu oft für billigere Stoffe hergegeben hat. Schade eigentlich, denn der Blick für das Wesentliche ist unzweifelhaft vorhanden. So auch hier: Große Teile von „Castle of Blood“ bestehen aus langen, ruhigen Kamerabewegungen, die den poetischen Charakter der Geschichte unterstreichen. Zwischendurch gibt es immer wieder gelungene Schocks, die auch filmisch so aufbereitet sind. Kurzum: ein perfekter Schwarzweiß-Gruseler, der leider nie nach Deutschland gekommen ist. Das US-Video ist bedauerlicherweise cropped. Mit „Dracula im Schloß des Schreckens“ hat Antonio Margheriti Jahre später ein eigenes, ziemlich schlechte Remake von „Castle of Blood“ geschaffen. Mit Barbara Steele, George Rivière, Margaret Robsahn, Sylvia Sorente u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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