3D-Review
Teenager Sean, der sich durch Stiefvater Hank missverstanden fühlt, erhält über Funk eine geheimnisvolle Nachricht von seinem seit Jahren verschwundenen Großvater Alexander Anderson, einem ausgewiesenen Jules-Verne-Fan. Hank entschlüsselt das Ganze und flugs erfährt man, dass Alexander die von Vernianern lange gesuchte „geheimnisvolle Insel“ entdeckt hat. Sean und Hank entschliessen sich dazu, zu den übermittelten Koordinaten zu reisen, stranden dort mit einem Hubschrauberpiloten sowie dessen Tochter und erleben diverse Abenteuer auf einer Insel, auf der Großes klein und Kleines groß zu sein scheint…
Entweder man mag und akzeptiert ihn oder man winkt gleich ab und schüttelt nur den Kopf. Die Rede ist von „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“, einem 3D-Popcorn-Spektakel, welches höchstens den letzten Atemzug von Jules Verne abbekommen hat (im Sinne von Originaltreue), dafür aber dennoch ungehemmt naive Abenteuerunterhaltung in dessen Geiste versprüht. Wie dieses funktioniert? Ganz einfach: Man darf das alles keinesfalls zu ernst nehmen und unbedingt auf den Modus „durch Kinderaugen sehen“ umschalten, dann nämlich erhält man ein charmantes Filmereignis, welches seicht und locker zu unterhalten versteht und an solche alten Bahnhofskino-Kamellen wie „Caprona“ und Konsorten erinnert. Als Nachfolger zu „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ konzipiert schlägt inhaltlich wenigstens die Rolle um Vernianer-Jüngling Sean eine Brücke zu demselben, während es ansonsten auch ohne Vorkenntnisse möglich ist, die geheimnisvolle Insel zu bereisen. Und im Gegensatz zum Vorgänger sind hier die 3D-Effekte wieder untergeordnet und drängen sich nicht so permanent in den Vordergrund. Dafür gibt es sehenswerte CGI-Welten und einige nette Gimmicks mit dieser Technik. Während viele Gags nur auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten sind, darf sich der erwachsene Zuschauer auf die bis zum Schluß ausgetragenen verbalen Hahnenkämpfe zwischen Hank und Alexander freuen. Ergo: solide Familienkost, ohne Ecken und Kanten produziert. Auf BD 16:9 und in 3D (gut räumlich, einige witzige Pop-Outs, auf jeden Fall lohnenswert). Mit Josh Hutcherson, Dwayne Johnson, Michael Caine, Luis Guzman u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin