Franks Bewertung

starstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

In London geht der unheimliche Krawattenmörder um. Vornehmliche Opfer sind alleinstehende Frauen, die er während der Vergewaltigung genüßlich erwürgt. Richard Blaney, ein mittelloser junger Mann, wird unschuldigerweise von der Polizei gejagt, kann aber letztendlich zur Entlarvung des wahren Täters beitragen. Es ist der Gemüsehändler Robert Rusk, der sich hinter der Maske des biederen Geschäftsmannes versteckt.

Dieser meisterhafte Thriller mit der unverwechselbaren Handschrift Alfred Hitchcocks, der hier einen gewöhnlichen (angeblich wahren) Kriminalfall mit allerlei makabren Einfällen vermengte und mit schwarzem Humor würzte, ist neben „Psycho“ ein weiterer wegbereitender Genrefilm, der das saubere Image einer psychosenfreien Gesellschaft ankratzt. Im Gegensatz zu den späteren britischen (S)Exploitern von Pete Walker wird bei „Frenzy“ die Verbindung von unerfüllter Sexualität, Verklemmtheit und Gewalt nicht unbedingt selbstzweckhaft dargestellt. Bemerkenswert ist außerdem, daß die Spannung nicht nur durch die Geschichte erzeugt wird, sondern vielmehr durch die technische Finesse des Regisseurs, kleine Dinge groß aussehen und ihnen augenscheinlich Bedeutung zukommen zu lasssen. So wird die Fahrt auf dem Kartoffellaster, in dem der Täter sein letztes Opfer versteckt hat, zum Horrortrip, weil jederzeit die Ladeklappe aufspringen und der Mord entdeckt werden könnte. Als Studie filmischer Kunst ist „Frenzy“ also ebenso geeignet wie als pure Unterhaltung. Mit Jon Finch, Barry Foster, Barbara Leigh-Hunt, Anna Massey u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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