Erika und ihr neuer Freund Steven wollen seine Eltern in deren abgelegenen Waldhaus besuchen. Bei einem Tankstellenstopp werden sie in ihrem eigenen Auto von einem Fremden entführt, der sie prompt in eine Hütte bringt und dort ein perfides Spielchen beginnt: vor laufender Kamera werden Erika und vor allem Steven ständig erniedrigt und geschlagen, wobei ihr Entführer immer etwas von seiner toten Freundin brabbelt. Als Erika plötzlich entkommen und sich zu einem nahegelegen Haus retten kann, wendet sich das Blatt auf überraschende Weise…
In diesem mitunter etwas langatmig erzählten Psycho- bzw. Home-Invasion-Thriller braucht der geübte Zuschauer nicht allzu lange, um die genretypisch verstreuten red herrings zu erkennen, zu umschiffen und schließlich zum Kern der Geschichte zu kommen: eine verrückte Familie muss nicht zwangsläufig aus Texas kommen und immer nur Kettensägen umhertragen, nein, manchmal braucht man auch bloß hinter die Fassade tiefreligiöser Frömmelei zu schauen. Nun gut, das alles hatten wir schon zig mal und mit Sicherheit auch um einiges spannender, denn Clint Lien hat sein Spielfilmdebüt nicht unbedingt sehr einheitlich inszeniert – von einigen Logik- und Anschlussfehlern wollen wir gar nicht erst reden. Viele Szenen verlieren ihre Wirkung, weil schon alleine die biedere Optik niemanden mehr vom Hocker reißen dürfte. Aber auch die Zurückhaltung bei der Darstellung von direkter Gewalt wirkt sich negativ auf das Gesamtergebnis aus, wobei man sich jedoch schon fragt, warum Drehbuchautor und Hauptdarsteller Daniel Fanaberia sich und seinen Sadismen dabei so viel Raum lässt. Ergo: kommt leider aus der Mittelmäßigkeit zu keiner Minute heraus. Auf BD (16:9) cropped (1,78:1 anstatt 2,35:1, wie man im Making Of sehr schön sieht). Des weiteren mit Frida Farrell, Tom Sandoval, Remy O’Neill u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin