Der introvertierte Max, der in einer einsamen Hütte im Wald haust, findet auf seinen Streifzügen eine bewußtlose Frau, die er mit in seine Heimstatt nimmt, sich um sie kümmert und sie kurzerhand Bianca tauft. Eines Nachts ist Bianca weg und Max entdeckt, dass sie ganz in der Nähe einen Mann beim Sex regelrecht verspeist. Anstatt angewidert zu sein, hilft Max ihr dabei, die Leiche zu beseitigen.
Anfangs glaubt man noch, dass „Cannibal“ ein krasser Euro-Horror wird, der irgendwo zwischen den dunklen Poesien eines Jean Rollin und den modernen französischen Splatter-Hits à la „Frontier(s)“ angesiedelt ist. Doch mit zunehmender Lauzeit wird „Cannibal“ immer abstruser und der rote Faden an Handlung immer dünner. Albtraumgleich eröffnet sich dem geneigten Zuschauer ein Blick auf eine typische amour fou, die extrem wortkarg aber dafür umso ausdrucksstärker ist (was übrigens an den wirklich guten Darstellern liegt). Und dass diese Liebe wahrlich bis zum Exzess gereicht, ahnt der gewiefte Zuschauer natürlich schon früh. Doch wie das Ganze hier ausgeht, ist irgendwie schon starker Tobak und recht abgedreht. Also: ansehen lohnt defintiv, auch wenn „Cannibal“ keineswegs jene Erwartungen erfüllt, die der Titel aufkeimen läßt. Bildformat: 2,35:1, teilweise s/w. Mit Nicolas Gob, Helena Coppejans, Jean Collard, Eric Gogon u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin