Weil Markie Trattman, ein Mitglied der Mafia, schon einmal seine eigene Pokerrunde ausgeraubt und wegen seines Charmes von seinen „Kollegen“ verschont wurde, sucht sich Konkurrent Johnny Amato zwei abgewrackte Möchtegern-Gangster, um die gleiche Kiste noch einmal durchzuziehen, um es Markie in die Schuhe zu schieben. Der Überfall gelingt und das Syndikat heuert Killer Jackie Cogan an, um an die Hintermänner des Raubzuges zu kommen. Doch Jackie möchte eigentlich nicht wirklich selbst töten, feilscht lange herum und holt sich schließlich Hilfe, die doch keine ist…
Was ist nur aus dem guten, alten Auftragskiller von früher geworden? Wo sind die eiskalten Engel geblieben, die höchstens mal die Wahl der Waffen vor Probleme stellte? Klar, dass im Facebook-Zeitalter, wo Gott und die Welt sich jedem mitzuteilen hat, der schweigsame Alain Delon oder der Stoiker Charles Bronson nicht mehr zeitgemäß wirken – aber müssen es denn unbedingt solche kaputten Typen wie in „Killing Them Softly“ sein? Das Amerika eines George W. Bush liegt in den Endzügen, New Orleans ist immer noch nach Kathrina nicht aufgeräumt und der Dreck fliegt weithin sichtbar durch die Straßen. „Killing Them Softly“ gibt sich als ein vor Tristesse triefender, moderner Film-Noir mit kritischen Tönen zur Krise der Nation, dafür aber ohne Femme fatale und ohne jedweden Glanz. Mittendrin tummeln sich Prolo-Gangster, die lieber end- und vor allem sinnlos über Sex labern oder ihren Geschäften nur unter Nörgeleien nachgehen. „Amerika ist Business“ heißt es zum Schluß weise aus dem Mund von Brad Pitt, der seine Rolle durchaus auszufüllen versteht, aber auch Film ist Business und ein geschäftlicher Erfolg dürfte dieser mit (weniger) eruptiver Gewalt gespickten Indie-Produktion trotz James Gandolfini, Ray Liotta und Sam Shepard in Nebenrollen verwehrt bleiben, denn egal wie sich Regisseur Andrew Dominik auch angestrengt hätte, er wird nie ein Tarantino und sein Film kein „Pulp Fiction“. Auf DVD (16:9) letterboxed (2,35:1). Des weiteren mit Scott McNairy, Ben Mendelsohn, Richard Jenkins u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin