3D-Review
Peter Parker ist ein charmanter Nerd, der in der Schule schon mal die eine oder andere Prügel einstecken muss. Seit dem mysteriösen Tod seiner Eltern lebt er bei Onkel und Tante und versucht, den netten Jungen zu geben. Als beim Herumstöbern im Keller auf einen Aktenkoffer seines Vaters, einem Wissenschaftler auf dem Gebiet der Genetik stößt, führt ihn seine Suche nach Antworten aus der Vergangenheit direkt zu Dr. Connors von der Oscorp Industries, wo er in dessen Labor von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird. Dieser Biss wird Peter Parkers Leben für immer verändern…
Nach der erfolgreichen „Spider-Man“-Trilogie von Sam Raimi, die schon ungemein mustergültig für das Superhelden-Subgenre war, fragten sich viele Fans, warum man so schnell einen Neustart wagen würde. Ein Grund dafür war sicherlich das liebe Geld, welches immer und überall lockt. Ein anderer mag gewesen sein, dass man mit der heutigen 3D-Technik noch mehr schwindelerregende Szenen kreieren könnte. Und das ist Marc Webb mit seinem Reboot auch wahrlich gelungen. Ab der Hälfte der Laufzeit, also nach einer ausführlichen Exposition, die sich Zeit nimmt und die Figuren auf sympathische Weise einführt und durchaus vertieft, geht die Action richtig los: ohne Rücksichtnahme auf das ansonsten bei den Superhelden immer bedeutungsschwangere Angst-vor-der-Demaskierung-Thema stürzt sich Peter Parker hier ins Geschehen, gibt den jugendlich-verzweifelten Rächer und hangelt sich dank modernster CGI-Tricks von einem Gebäude zum anderen. So überrascht Marc Webb zudem auch noch mit der Tatsache, dass die allseits bekannte Geschichte noch einmal um Nuancen in Richtung Düsternis verschoben wird, einige Akzente ganz anders gesetzt werden und man ansonsten viel vertrautes (Handlungs-)Terrain erleben darf. Die Chemie der Darsteller stimmt und so sorgen tragische / emotionale Cliffhanger für Hoffnung auf eine mögliche Fortsetzung, die man sich – ganz ähnlich wie bei Raimi – von gleicher Crew wünscht. Auf BD (16:9) letterboxed (2,35:1) und in 3D, welches entgegen so mancher Kritik im Netz (zumindest für meine Augen) gut funktioniert (keine Pop-Outs, dafür eine natürliche räumliche Tiefe – auch in den Nicht-Action-Szenen – und im Schlussdrittel wirklich schwindelerregend plastisch!). Mit Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Sally Field, Martin Sheen u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin