Franks Bewertung

starstarstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

20.05.2014
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Review

von Frank Trebbin

Der Wächter des örtlichen Leichenschauhauses landet nach einem mysteriösen Unfall im Koma, gleichzeitig verschwindet der Leichnam der erst kürzlich verstorbenen Firmeninhaberin Mayka Villaverde. Die Polizei zitiert daraufhin ihren jungen Ehemann Alex in die Leichenhalle, denn der erfahrene Inspektor Jamie Pen?a wittert in dem Verschwinden der Leiche das Vertuschen eines Verbrechens. Natürlich bestreitet Alex alles, doch es mehren sich die Zeichen und Hinweise, dass wirklich etwas nicht in Ordnung ist: eine kleine Giftampulle taucht auf, diverse geheimnisvolle Botschaften geben Rätsel auf und schlussendlich sieht Alex sogar seine Frau in den dunklen Gängen umherwandeln…

Regisseur Oriol Paulo, der einst das Drehbuch zu “Julia’s Eyes” schrieb, katapultiert sich mit seinem Erstling „The Body“ in die Liga der klassischen Spannungskost und setzt dort eine Marke, die es – zumindest in seiner spanischen Heimat – erst einmal zu überwinden gilt. Aus der recht makabren Grundidee des Verschwindens einer Leiche entspinnt sich ein Psychothriller Hitchcockscher Prägung, aber auch mit seinen Bildern und Motiven (Ich sage nur: Rotweinkelch anstatt Milchglas). Selbst wenn die ersten Einstellungen ungemein an „Nightwatch – Nachtwache“ erinnern, so entwickelt sich doch durch den, bis auf wenige Rückblenden ausgenommen, einzigen Schauplatz des Geschehens – das Leichenschauhaus kann wegen eines Unwetters nicht verlassen werden – ein das 1948er Filmexperiment „Cocktail für eine Leiche“ widerhallendes klaustrophobisches Kammerspiel, welches durch das durchweg sehenswerte Cast getragen wird. Stilsicher und mit ruhiger inszenatorischer Hand führt uns Oriol Paulo durch eine intelligent entwickelte Geschichte, die durch einen perfiden Schluss, der erstaunlich wenige Logiklöcher aufweist, regelrecht gekrönt wird. Gerade durch dieses Gefühl des richtig-abgerundet-Seins lässt „The Body“ die ach-so-typischen Thriller-Schnellschüsse der letzten Jahre weit hinter sich und knüpft schon alleine auch durch die sorgsam eingesetzten Stilmittel des Horrorfilms an längst vergangene Highlights wie z. B. „Schatten der Wahrheit“ an. Kurzum: Das spanische Genrekino der letzten Jahre ist und bleibt ein Garant für gelungene Überraschungen – Oriol Paulos „The Body“ ist eine davon! Auf BD 2,35:1. Mit José Coronado, Hugo Silva, Belén Rueda, Aura Garrido u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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