Ende der 20er Jahre. Ein reicher österreichischer Adeliger, hochdekorierter Held aus dem Ersten Weltkrieg und führende Nazi-Größe, lernt unentwegt hübsche Frauen kennen und verliebt sich in sie. Doch immer wenn es daran geht, im Bett seinen Mann zu stehen, versagt der Kriegsheld, und die Dame seines Herzens muß sterben. Die Leichen werden in der Kühlkammer seines Schlosses aufbewahrt. Ebenso hat er für die mumifizierte Leiche seiner geliebten Mutter ein Zimmer herrichten lassen.
„Blaubart“ ist ein makabrer Gruselkrimi, der die bekannte Geschichte des Gattinnenmörders mit einigen politischen Aspekten versieht. Das Lexikon des internationalen Films konstatiert daraus sofort, daß der Film den „analytischen Ehrgeiz“ besitzt, „ursächliche Zusammenhänge zwischen Sexualität und Faschismus aufzuzeigen“. Ich denke eher, daß hier das Nazi-Thema –ebenso wie die Sex- und Voyeurszenen– spekulativ obenauf gesetzt worden ist, um die in die Länge gezogene Handlung interessanter zu machen. Die recht wirksam eingebrachten Gothic-Horror-Elemente sind gleichzeitig eine Hommage an die alten Hammer-Films-Zeiten und an die morbiden Poesien eines Mario Bava. Lange in der Erinnerung der Zuschauer haften bleiben wird eine ausgedehnte, hart anzusehende Jagd-Sequenz, bei der während des Drehens die Tiere wirklich getötet wurden– Tier-Snuff also. Alternativtitel: „Die Bestie“. Mit Richard Burton, Raquel Welch, Virna Lisi, Natalie Delon, Sybil Danning u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin