John McLane, einst ein gefeierter Cop, der gegen Terroristen kämpfte, agiert heute an anderer Front: er reist nach Moskau, um dort seinen ihm entfremdeten Sohn Jack aus dem Knast zu holen, denn Jack scheint auf die schiefe Bahn geraten zu sein. Doch Papa staunt nicht schlecht, als er herausfindet, dass Sohnemann ein CIA-Agent ist, der in der russischen Hauptstadt dafür sorgen soll, dass er eine gewisse Akte aus den Händen des Oligarchen Komarov, die einen gefährlichen Machtwechsel in Russland verhindern könnte, in Besitz nimmt. Dazu wird halb Moskau in Schutt und Asche gelegt bis man schließlich in den Geisterruinen Tschernobyls fündig wird…
Über „Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ ist allerorten schon viel Enttäuschung aber auch so manche Häme ausgekippt worden. Ist denn der fünfte Teil der beliebten Filmreihe wirklich so schlecht oder ist man als Publikum heute ziemlich verwöhnt und hat zu hohen Erwartungen? Als erstes fällt auf, dass man als Zuschauer regelrecht in die Handlung hineinkatapultiert wird und einem die Zeit fehlt, sich zu orientieren. Wer ist gut? Wer ist böse? Egal, Hauptsache es rummst ordentlich. Dass die Sache mit der Akte nur ein McGuffin ist, kann man ja noch verknusen, dass aber Regisseur John Moore seine besten Action-Tableaus bereits frühzeitig verballert und man beim Finale in Tschernobyl im Vergleich dazu fast gar nichts mehr geboten bekommt, ist schon ziemlich fatal. Das hätte man sich andersherum gewünscht. Ebenso wünschenswert wäre es gewesen, wenn die Kamera in den Actionszenen mal nicht auf Hektik-Modus geschaltet worden wäre und man mittels ruhigem Schnitt Ordnung bzw. Übersicht in so manche Materialschlacht gebracht hätte. So erinnert einen „Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ ganz ungemein an „Ein Quantum Trost“, der zwar auch durch das „007“-Signet als Teil des James-Bond-Franchise zu identifizieren war und dennoch total aus der Filmreihe herausfiel: durch hektische Machart, durch ungewöhnlich kurze Laufzeit, durch eine Hauptfigur, die sich anders als sonst verhält, und durch einen mit heißer Nadel gestrickten Haudrauf-Plot. Ergo: nicht immer wo „Stirb Langsam“ draufsteht ist auch ein echter McLane drin; manchmal ist es einfach nur ein teuer produziertes, krawalliges B-Movie. Auf BD (16:9) auch in einer Extended-Version erhältlich, die nicht wirklich viel Neues bietet, außer dass die Rolle von McLanes Tochter Lucy total rausgefallen ist. Des weiteren mit Jai Courtney, Sebastian Koch, Yuliya Snigir u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin