1959 sind neun russische Bergsteiger am Dyatlov Pass im Uralgebirge auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Heute rüsten sich fünf Studenten, darunter die von dem Thema besessene Holly King, zu einer Expedition, um darüber einen Dokumentarfilm zu drehen. In der verschneiten Einöde erliegen sie dem gleichen Schicksal und nur ihr gefundenes Filmmaterial gibt Auskunft darüber...
Wie einst „Blair Witch Project“ soll auch Renny Harlins mit britischen und russischen Geldern in der Nähe von Murmansk gedrehter „Devil's Pass“ die Grenzen von Spannung und Thrill innerhalb der limitierten Inszenierungsmöglichkeiten eines Found-Footage-Films ausloten. Und da ja der finnisch-stämmige Regisseur bislang schon bei „Stirb langsam 2“, „Cliffhanger“ und „Tödliche Weihnachten“ bewiesen hat, dass er mit Eis-und-Schnee-Locations umzugehen vermag, geht man trotz der Vermutung, dass er hier sein Faible für große Action-Tableaus nicht ausleben wird können, mit einigem Interesse an den Film heran. Wie groß ist da doch die Enttäuschung, dass „Devil's Pass“ fast eine Stunde lang sehr langatmig daherkommt und auch im flotteren Schlussdrittel wahrlich nicht zielführend bzw. glaubhaft (was im übrigen grundsätzlich das Problem dieses Subgenres ist – außer man mischt es zu einer Art Mockumentary à la „District 9“ zusammen!) umgesetzt ist. Von den wenigen, aber gewissen Regeln eines funktionierenden Found-Footage-Films ahnt Renny Harlin offenbar nichts, denn er lässt gestochen scharfe Bilder aufmarschieren und selbst in Momenten größter Gefahr eine Bildposition einnehmen, die mehr als nur unwahrscheinlich erscheint. Am beeindruckendsten in punkto Naivität ist allerdings die inhaltliche Auflösung des (angeblich wahren) Dyatlov-Pass-Rätsels, die selbst für härtestgesottene Fans absurder Gruselunterhaltung nur schwer verdaulich erscheint. Auf BD 16:9. Mit Holly Goss, Matt Stokoe, Luke Albright, Ryan Hawley u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin