Review

Lloyd Kaufman und seine berühmte Independent-Firma Troma sind mittlerweile weltbekannt und haben eine große Anhängerschaft. Den gigantischen Erfolg garantiert die geschickte Geschäftsstrategie vom Troma Team. Niemals wird sich für die Finanzierung eines Projektes verschuldet, das Risiko Verlust zu machen ist bei den hauseigenen Produktionen quasi unmöglich. Fremde Produktionen werden ausschließlich spottbillig eingekauft, ansonsten nicht erworben. Zum Beispiel hat Kaufman Jörg Buttgereit für die weltweiten Rechte an dessen Kultfilm „Nekromantik“ 500 Dollar geboten, und keinen Cent mehr. Buddy Giovinazzo verkaufte seinen Erstling „Combat Shock“ für eine ähnliche Summe an Troma.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg und von Mitte 70er bis Mitte der 80er finanzierte man sich das Leben mit billigen Pornos und unbedarften Softerotik-Komödien, wie zum Beispiel „The First Turn-On“ oder „Stuck on You“. Doch mit dem „Toxic Avenger“ begann für die kleine Firma aus New Jersey ein neues Zeitalter: Hiermit kreierte Lloyd Kaufman gemeinsam mit Michael Herz ein Werk das alle Attribute vereint wofür Troma heute steht: Sex, comichaft überzogene Gewalt und tiefschwarzer Humor ohne Subtilität. Zu Recht avancierte Toxie zur Micky Maus der Firma und ziert sämtliche Logos.

Der Gewaltpegel ist insgesamt sehr hoch und die trashigen Splatterszenen ziemlich gut dosiert, im zweiten Teil wird die Anzahl solcher Szenen aber noch hochgeschraubt. Von allen Teilen bleibt dieser aber der beste, nicht zuletzt aufgrund der unverbrauchten und noch heute sehr temporeichen Inszenierung. Auch filmhistorisch ist der Film von Belang, er bildete immerhin einen wichtigen Wegbereiter für Fun-Splatter Werke wie „Re-Animator“ oder auch „Braindead“. Mit seiner konsequenten Geschmacklosigkeit ist der Humor in „Toxie“ aber weitaus bösartiger als in den anderen genannten Filmen und daher gefällt er mir persönlich auch am besten.

Besonders gut gefallen haben mir die Schauspieler: Die Frauen sind durchweg hübsch und geben somit eine gute Figur ab, und jeder einzelne Darsteller ist in seiner Überdrehtheit wirklich erinnerungswürdig. Schade, das weder in den Fortsetzungen noch in irgendwelchen anderen Filmen jemand aus der Crew wieder aufgetaucht ist. Denn alle Rollen die in den folgenden Teilen ersetzt werden sind perfekt besetzt und man merkt jedem der Beteiligten die pure Freude an die am Set geherrscht haben muss.

9,5 / 10

Fazit: Einer der besten Trashfilme aller Zeiten. Trotzdem oder gerade deswegen aber bleibt es eine Geschmacksfrage ob man mit den „Toxic Avenger“-Filmen etwas anfangen kann. Wenn nicht, kann man getrost die Finger von allen anderen Filmen aus der Troma-Schmiede lassen…

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