kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 19.08.2013
Tromas wohl größter Erfolg und eine Machtdemonstration dessen, was Trash sein kann und sein sollte. Der „Toxic Avenger“ ist nicht nur eine tiefschwarze Superheldenparodie, sondern gleichzeitig eine Frontalattacke auf Soziales, im Geiste ein logischer Abkömmling der „Freaks“, der sich mit den Restbeständen und dem Abgestoßenen einer Gesellschaft, die menschlichen Wert mit Schönheit und Leistung aufwiegt, beschäftigt und all das genrebedingt plakativ mit Atommüll in Zusammenhang bringt – was wiederum zugleich zu einem Seitenhieb Richtung Wirtschaft und Industrie verführt. All diese Diskurse werden natürlich völlig unernst vorgetragen und teilweise sogar der Lächerlichkeit preisgegeben, wobei absolute Dilettanten vor der Kamera hilfreich ihren Dienst leisten. Derart lächerlich seine Darsteller inszenieren kann nur Troma (und vielleicht noch Helge Schneider), ob nun ärschewackelnd im Tuschelkreis, euphorisch kreischend beim Überfahren eines hilflosen Jungen oder selbstgefällig den armen Teufel auslachend, der gerade in ätzende Säure gefallen ist, als wären wir mitten in „Dumbo“. Toxie geht nach der obligatorischen Neumischung der Karten dann auch geschmacklos genug vor, um den Mainstream die Nase rümpfen und Abstand halten zu lassen, bleibt aber menschlich genug, dass er mit der Zeit zur Underground-Ikone werden konnte. Diese Tinktur aus launiger Prämisse, absichtsvollem Trash und postmodernem Spiel mit Filmregeln haben weder Troma selbst noch deren Konkurrenz in diesem ausgewogenen Mischungsverhältnis wieder hinbekommen.
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