(Director's Cut)
Melvin hat es nicht leicht. Als Reinigungskraft wird er an seinem Arbeitsplatz, einem Fitnessstudio in Tromaville, permanent herumgeschubst. Das ändert sich, als er nach einem Zwischenfall in ein Fass mit Giftmüll fällt und daraufhin zu einer Kreatur mutiert, die ihre neugewonnene Kraft in den Kampf für das Gute investiert.
Ach ja, Troma. Inszeniert von den Gründern Michael Herz und Lloyd Kaufman ist „The Toxic Avenger“ bzw. „Atomic Hero“ ein (wenn nicht sogar der) Kultklassiker aus ihrem Hause. Diverse Fortsetzungen und ein Remake später ist der Erstling aus dieser Reihe immer noch ein spaßig-trashiges Erlebnis.
Ist dieses erzählerisch auch recht limitiert, so funktioniert der Streifen selbst auf dieser Ebene immer noch, denn er parodiert viele Versatzstücke aus dem heute so überlaufenen Genre der Superheldenfilme. Weiterhin kann man hier eine Satire auf den Körperkult der 1980er Jahre hineininterpretieren, vielleicht ist dieser Anspruch aber auch schon zu viel des Guten.
Der Humor ist debil, geschmacklos und witzig. Wenn zu einer Szene, in der ein Kind vom Auto überrollt wird, fröhliche 80er Mucke läuft oder sich eine der Schurkinnen auf die Fotos des Ereignisses später einen runterholt, mag eine Grenze überschritten sein – aber genau dafür ist man letztlich in Tromaville. Und trotz all der kruden sowie auch mal blutigen Szenen und der Geschmacklosigkeiten hat „The Toxic Avenger“ ein Herz. Toxie zu sehen, wie er als Ausgestoßener den Kopf hängen lässt oder sein neues Zuhause aufmöbelt ist irgendwo emotional und letztlich ist er ein einfach ein Held. Er bestraft die bösen Jungs und Mädels, hilft aber auch mal der Omi über die Straße. All dies auf ansehnliche Weise und somit erhebe ich mein Glas auf die praktische Effektarbeit. Denn das geringe Budget fördert dennoch manch hübsche Maske und eindrückliche Action zutage, für so eine Produktion sieht das durchweg ordentlich aus.
Darstellerisch ist das überzogen und limitiert, passt aber genau auf diese Art ins Gesamtbild. Comichafte Charaktere und platte Figurenzeichnung gehören zum Programm wie der korrupte Bürgermeister oder der sehr deutsche Polizeichef. Manch schlampiger Schnitt irritiert, aber bei so einem Werk fällt einem deswegen auch nicht der Wischmopp aus der Hand. Wobei man sich die als Wiederholung eingefügten Szenen schon hätte sparen dürfen.
„He's screwing up my karma.“
Albern, derb und trashig - „The Toxic Avenger“ macht Spaß. In seiner Heldengeschichte steckt eine unwissende Parodie aufs moderne Kino, wenn sowas darin erkennen will. Der krude Humor, ein paar ansehnliche Stunts und die temporeiche Inszenierung fangen da manche Unzulänglichkeit auf, sodass der Rächer auch heute dem geneigten Publikum Laune macht.