Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

04.12.2013
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Review

von Frank Trebbin

London. Ex-Soldat Joey Jones lebt auf der Straße und muss quasi mitansehen, wie brutale Schläger immer wieder seine Obdachlosenfreundin Isabel missbrauchen. Als er durch einen Zufall in eine Wohnung eindringt und dort die Chance sieht, eine andere Identität anzunehmen, um sein Leben umzukrempeln, ergreift er diese, muss aber erfahren, dass Isabel ohne seinen Schutz ermordet wurde. Joey lässt sich als Mann fürs Grobe von der chinesischen Mafia anheuern und sucht auf eigene Faust nach Isabels Mörder...



Treue Jason-Statham-Fans werden auch „Redemption – Stunde der Vergeltung“, seinen Ausflug in das schauspielerisch anspruchsvollere Gangsterdrama-Fach zu schätzen wissen, Freunde seiner knüppelharten No-Brain-Actioners dürften da wohl eher enttäuscht sein. Schon die ersten Minuten, die Statham als langhaarigen(!), alkoholkranken, traumatisierten Soldat-wird-Gossenpenner zeigen, lassen erahnen, dass Steven Knights „Redemption – Stunde der Vergeltung“ anders werden wird alles bisher Gekannte des charismatischen Briten. Die Handlung folgt oberflächlich betrachtet einem Rachethriller – zwar nicht „actiongeladen“, wie auf dem Cover angekündigt – , bietet aber unterhalb dieser recht dünnen roten Linie allenfalls bestes britisches Genrekino mit Sozialtouch, herb-realistischer Unterweltatmosphäre und so mancher brutalen (Kurz)Einlage. Einigen Unwahrscheinlichkeiten zum Trotz – sowohl die wenig glaubhafte Wohnsituation als auch die immer mehr in den Vordergrund drängende himmlische Romanze mit einer Nonne erscheinen dramaturgisch arg aufgesetzt – ist „Redemption – Stunde der Vergeltung“ eine recht runde, streckenweise sogar ans Herz gehende Sache geworden, die nicht von ungefähr an so manchen Thriller aus den 1970er Jahren erinnert. Ein Eindruck, der auch durch das bittere Happy End verstärkt wird. Fazit: Schön, dass sich Hollywood-Star Statham immer noch Zeit nimmt, um auch in „kleinen“ Filmen aus seiner Heimat mitzuspielen. Auf BD 2,35:1. Des weiteren mit Agata Buzek, Benedict Wong, Vicky McClure u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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