Graf Dracula reist von seinem Schloß in den Karpaten nach Italien, um dort eine Frau zum Heiraten zu finden. In der Hoffnung, daß der italienische Adel auch noch genügend Jungfrauen zur Verfügung hat, quartiert sich der Vampir bei einer verarmten Adels-Familie ein. Diese hat einige hübsche und heiratswillige Töchter. Leider muß Dracula feststellen, daß die Jungfrauen auch nicht mehr das sind, was sie früher mal waren. Kurz bevor er zu seinem lang ersehnten Biß kommt, wird er vom Diener des Hauses gepfählt.
Wie schon das Gegenstück („Andy Warhols Frankenstein“), so stellt auch dieser Streifen, der sich lediglich mit dem Namen des weißhaarigen US-Kretins schmückt, eine eigenwillige Verfilmung eines Klassikerstoffes mit starkem Hang zur Sexualisierung der Hauptfigur dar. Parodistisch werden einige Genreregeln in Bezug auf den Vampir gebrochen (so kann er z.B. bei Tageslicht existieren), doch stellt „Andy Warhols Dracula“ durch seinen unzweifelhaften Abgesang auf die Bourgeoisie letztendlich eher einen politischen Film als eine lupenreine Horrorkomödie dar. Der Schluß, bei dem mit splatteriger Detailfreudigkeit eine wahre Blutorgie gefeiert wird, stellt das Ganze jedoch ein wenig auf den Kopf und hinterläßt nicht nur beim Kritiker ein Stirnrunzeln. Aus steuerlichen Gründen hat man bei der Uraufführung in Italien Anthony M. Dawson (Antonio Margheriti) als Regisseur angegeben, Paul Morrissey soll dann lediglich eine „überwachende“ Funktion gehabt haben. Margheriti hat aber nach eigenen Angaben mit „Andy Warhols Dracula“ und auch „Andy Warhols Frankenstein“ nichts zu tun gehabt. Auf Video letterboxed (1,7:1). Mit Udo Kier, Joe Dallesandro, Maxime de la Falaise, Vittorio de Sica u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin