Franks Bewertung

starstarstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

24.03.2014
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Review

von Frank Trebbin

Weil anzunehmen ist, dass (fast) jedermann die Handlung bzw. Geschichte von Stephen Kings Romanerstling „Carrie“ (und auch die geniale Brian-de-Palma-Verfilmung) kennt, erspare ich mir mal kurzerhand den Inhalt und steige gleich ein:

Die von Kimberly Peirce mit nur ganz wenigen Ergänzungen versehene Neu-Adaption des Stoffes ist ein lupenreines Remake, welches dem 1976-er Original fast Szene für Szene bzw. Dialog für Dialog folgt. Aber weil es halt kleine, modernisierte Veränderungen gibt (z. B. Handy-Videos, Youtube, aber auch ein Extra an Effekten), geht „Carrie“ (2013) nicht den gleichen Weg der Vergessenheit wie einst das so spektakulär gescheiterte „Psycho“-Remake von Gus Van Sant – auch so ein Bild-für-Bild-Experiment – sondern darf sich als Popcorn-Blockbuster für ein heutiges, Dolby-Digital-gestähltes Publikum empfehlen – unabhängig davon, ob man nun das Original besser findet oder nicht. Gerade das Update in punkto Ton und größere, ausgeklügeltere Effekte macht den Reiz dieser Neuverfilmung aus, denn (inhaltliche) Überraschungen hatte man eh nicht erwartet – obwohl eine sich selbst verstümmelnde Julianne Moore in der Piper-Laurie-Rolle schon ein kleiner prix surprise geworden ist. Umgekehrt darf man aber auch ruhig feststellen, dass es wohl bei den Nebendarstellern keinen gibt, der ähnlich wie beim Original eine Initialzündung für seine Karriere erleben dürfte.

Von einer signifikanten Änderung möchte ich allerdings doch noch abschließend berichten: Während die 1976er-Version nie ganz glaubhaft machen konnte, warum Tommy Ross soooo schnell auf Carrie zugeht und mit ihr auch noch ganz offensichtlich rumturtelt, ist dieser Teil der Geschichte in 2013 viel besser erzählt. Dafür fallen im Gegenzug (fast) alle 1976 hübsch anstößig empfundenen sexuellen Aggressionen heutzutage der (gewollten) Schere zum Opfer (vgl. bspw. Nancy Allens Saturday-Night-Fever-Blow-Job), die man aber in den Extras der vorbildlichen Blu-Ray-Fassung von „Carrie“ (2013) wiederfindet (hier unbedingt mit dem wunderbar lakonischen Kommentar der Peirce ansehen!). Auf BD letterboxed (2,35:1) Des weiteren mit Chloe Grace Moretz, Portia Doubleday, Ansel Elgort u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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