Alaska, 1898. Der Yukon Goldrausch liegt in den letzten Zügen und die oftmals verarmten Goldsucher werden von Banken und Gläubigern drangsaliert. So auch die Familie der Brüder Wyatt und Samuel Seagrave, die schon bald ihr kleines Anwesen im Wege der Zwangsvollstreckung räumen sollen. Da schlägt ihnen die Bank einen Deal vor: die Brüder sollen ihren Vater Jedediah, der hoch im Norden in dem Städtchen Timber eine Art Schreckensherrschaft aufgebaut hat, zur Strecke bringen…
Wer jetzt noch Western machen möchte, muss entweder sich schon längst einen Namen in der heute schwer an den Mann zu bringenden Filmgattung gemacht oder aber eine originelle Geschichte parat haben. Auf Anthony O’Brien und sein „The Timber“ trifft leider beides nicht zu. Die Story, die hinter „The Timber“ steckt, ist zwar mit einer für das Genre eher seltenen Finanz- und Bankenkritik versehen, doch erzählt wird eigentlich nur die übliche Mär von Familie, Stolz, Freiheit und Verrat. Alles oft genug (und viel, viel besser) schon gesehen! Auch die verschneiten (rumänischen!) Drehorte und Sets, denen man teilweise stimmungsvolle Blickwinkel abringen konnte, sind nicht wirklich neu oder gar atemberaubend – und an die großen Vorbilder der sogenannten Winter-Western, wie z. B. „Leichen pflastern seinen Weg“ oder „Cheyenne“ mag „The Timber“ zwar wegen der Schneemassen erinnern, aber nie heranreichen. Hinzukommt, dass Anthony O’Brien die Umsetzung des von ihm mitverfassten Drehbuchs wortkarg, sprunghaft und nur wenig an klassischen Erzählstrukturen orientiert vorgenommen hat, so dass die mit sinnentleerten Zeitlupenaufnahmen zerdehnte Inszenierung über weite Strecken an eine fahrige Billig-Produktion aus seligen Italo-Western-Zeiten gemahnt. Bildformat 2,35:1. Mit Josh Peck, James Ransone, Elisa Lasowski, Mark Caven u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin